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Klima, Wald und Lebensraum - nur Gedöns für SPD-Politik?

Die Büttel des Beton-Barons

Von Martin Calsow

Im Wahlkampf standen sie ganz oben – Themen wie Klima, Wald, Lebensraum. Aber wenn Franz Josef Halsnichtvollkriegenberger ruft, liegen dem FeierKühn und Durchwink-Löwis der Wald, die Natur und überhaupt der Schutz der Menschen nicht so sehr am Herzen. Das findet jedenfalls unser Glückskolumnist.

Die Saurüsselalm wird bald eröffnen – mit Aufzug im Innern und entrecôte auf der Karte?

Ein Kommentar von Martin Calsow

Im Wahlkampf versprachen alle Parteien, die Belange der Natur viel stärker zu berücksichtigen. Keiner wollte als Killer der Zukunft dastehen. Aber wenn es gilt, Haltung zu beweisen, wird es im Tal und im Landratsamt eng. Klar, ist dem jungen Bürgermeister aus Bad Wiessee und dem alten Landrat aus Miesbach der Wald als Schutzzone wichtig. Starkregen-Katastrophen wollen sie beide nicht haben. So ein Söllbach als reißende Flut, der Häuser mitreißt, Leben kostet – das geht zu weit.

Nur: Wenn dann ein, nennen wir ihn mal ‘Unternehmer’, Franz Josef Halsnichtvollkriegenberger in seinem privaten Spieleparadies zwischen Hirschberg und Fockenstein Partylocations haben will, liegen dem FeierKühn und Durchwink-Löwis der Wald, die Natur und überhaupt der Schutz der Menschen nicht so sehr am Herzen. Das tiefe Bücken für die Saurüsselalm ist ein Symbol der Gier und der Partikular-Interessen im Ort und Landkreis. Das Mehr an Verkehr, die schiere Dichte an Autos, die im Söllbach und am Zeiselbach und in den Nebenstraßen alles verstopfen, den Dreck in den Ort bringen, den Lärm verbreiten – all das ist wurscht, wenn wenige den Reibach machen dürfen. Glücklich ist, wer einen engen Spezl bei der Baubehörde hat, gell?

Gier tötet Lebensraum

Eine weitere Attraktion für all die Touristiker, denen der Schaden an der Allgemeinheit, am Wald und der Infrastruktur völlig egal sein dürfte, wenn eben nur die eigene Kasse stimmt. Kurzfristig wird alles mitgenommen in dieser Branche, die trotz Pandemie eines der besten Jahre haben dürfte, aber eben immer mehr haben will. Mehr Almen, mehr Hotels, mehr Restaurants. Gier tötet Lebensraum – eine Binse. Dennoch: Kritiker werden mit dem unterkomplexen Hinweis auf das Aussterben der Innenbereiche mundtot gemacht. Wachstum als Fetisch. Das ist so letztes Jahrhundert, dass man sich wundert, es bei einem 40-jährigen Jungpolitiker als Motto zu finden.

Die Saurüssel-Kombi aus dreisten Beton-Baron und Promi-Koch Früh-immermitdabei-auf verspricht Münchner Hochzeiten auf 900 Metern mit pompösen Catering-Lieferketten, Service-Tross und vielleicht auch mal ein schickes Feuerwerk. Weg mit dem alten Kur-Image, hin zur Partyzone am Westufer, #wiesseerocks.

Aber vielleicht kommen ja zur Eröffnung im Oktober der Alm nicht nur willfährige Gäste, sondern spontan auch widerborstiges Jungvolk, das für seine Zukunft streitet…


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