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Pläne stocken trotz Baugenehmigungen

Die Hängepartien von Seeperle und Almdorf

Mindestens zwei exklusive Hotelprojekte sollen in naher Zukunft in Tegernsee und Rottach-Egern entstehen. Doch weder für das Almdorf noch für die Seeperle konnten bisher Investoren präsentiert werden. Dabei frustriert der Leerstand in der Seeperle so manchen Politiker.

So soll der Bauentwurf aussehen.
So soll der Bauentwurf aussehen.

Der Groll bei Rottachs Bürgermeister Christian Köck (CSU) sitzt tief. In “seiner” repräsentativen Seestraße geht nichts vorwärts. Und so verkommt das vor gut 25 Jahren gebaute Hotel Seeperle. Von einer Ruine ist das Ensemble zwar noch entfernt. Aber der dauerhafte Leerstand sei frustrierend. Da passiere leider nichts, beklagte Köck auf der Bürgerversammlung im April, obwohl alle Baugenehmigungen vorliegen würden.

2008 erwarb der Tegernseer Unternehmer Dr. Andreas Greither den Gebäudekomplex von einem Nürnberger Teppichhändler. Greither, dem auch das Hotel „Der Westerhof“ und das „Stielerhaus“ gehören, arrangierte sich mit Rainer Leidecker zu einem Neubau der Seeperle. Im Juli 2012 gründete unter anderem Leidecker dafür eigens die „Projektgesellschaft Seestr. 19-21 Rottach-Egern GmbH & Co. KG“.

Die Eigentümer der Firma sind unter der gleichen Adresse zu finden, der Schwaighofstr. 13 in Tegernsee: die „Capital-Forum AG“ und die „Projektgesellschaft Seestr. 19-21 Rottach-Egern Verwaltungs-GmbH“. An all diesen verschachtelten Firmen ist der Rottacher beteiligt.

Noch gehört die Seeperle Andreas Greither

Dabei ist offen, ob und wann die Projektgesellschaft die Seeperle mit einem geschätzten Investitionsvolumen von etwa 25 Millionen Euro kaufen will. Denn nach Informationen der Tegernseer Stimme soll die Firma bislang nur eine Anzahlung an Dr. Andreas Greither geleistet und sich damit eine Kaufoption gesichert haben.

Insider vermuten, dass Leideckers Gesellschaft gar nicht als Käufer auftreten will und die Seeperle möglichst gewinnbringend an einen Investor weiterreichen möchte. Das sei usus, ist aus dem Umfeld zu hören: Man mache die Braut schön und verkaufe sie dann.

“Die Seeperle rechnet sich nicht”

Vielleicht ist für die derzeitige Hängepartie auch das viel zu geringe Bettenangebot der Seeperle als Suitenhotel Garni mit nur 40 Zimmern schuld. Dies rechne sich einfach nicht, ist in Branchenkreisen zu hören, da dennoch viel Personal vorgehalten werden müsse. Schließlich soll der Gast auch mit einem großen Wellnessbereich samt Schwimmbad verwöhnt werden.

Nach Informationen der Tegernseer Stimme soll Leidecker vor allem an den Einzelhandelsgeschäften in den Arkaden zur Seestraße interessiert sein. Mit ihm hofft die Gemeinde, dadurch „eine Belebung des Fremdenverkehrs“ erzielen zu können. Auch im Hotel sind drei Verkaufsflächen mit jeweils 15 Quadratmetern vorgesehen. Architekt ist Rottachs Gemeinderat Andreas Erlacher (FWG).

Angedacht sei, so Eingeweihte, eine Hotel-Gesellschaft, die nicht nur die Seeperle betreibt, sondern auch dazu parallel das Almdorf in Tegernsee, nach dem Motto „Urlaub am See und am Berg“. Noch existiert das Almdorf in Nachbarschaft zum Lieberhof nur auf dem Papier, doch der Tegernseer Bauausschuss hat den Bauantrag abgesegnet.

Leideckers fiktiver Bauantrag

Diesmal entwickelt Leideckers Firma das 4.500 Quadratmeter große Areal für die Ernst Tengelmann Projekt GmbH, deren Geschäftsführer er ist. Auch hier sucht er wieder sowohl einen Investor als auch einen Betreiber. Das Projekt Almdorf musste bisher viele Hürden nehmen. Nun sei man allerdings guter Dinge, so heißt es aus internen Kreisen, dass entsprechende Verträge bis Ende des Jahres geschlossen werden könnten.

Nicht mit Ruhm bekleckerten sich die Projektentwickler rund um Leidecker, als sie im März in Tegernsee, diesmal für die Tegernseer Grund Immobilien GmbH, tätig wurden. Am schmalen Heuweg sollte ein Einfamilienhaus abgerissen werden, das der Firma weder gehörte, noch hatten die Eigentümer in den USA die Absicht, das Grundstück an die Tegernseer Grund Immobilien GmbH zu verkaufen.

Der „fiktive“ Bauantrag platzte wie eine Seifenblase, so Kreisbaumeister Werner Pawlovsky damals. Leidecker selbst war auf Anfrage zu keiner Stellungnahme bereit.


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