Doppelt so viele Menschen auf Tafel angewiesen

von Simon Haslauer

Vielen Menschen bleibt nicht genug Geld, um sich zu ernähren – auch am reichen Tegernsee. Die Tafeln im Landkreis Miesbach leisten einen unverzichtbaren Beitrag, doch sie kommen an ihre Grenzen.

Ehrenamtliche verteilen Lebensmittel in der Gmunder Tafel. / Quelle: Archiv

Still, unsichtbar und doch überall: Armut ist ein Mistkerl. Nicht alle Menschen können sich eine ordentliche Ernährung leisten. Genau dort wollen die Tafeln ansetzen. Im Tegernseer Tal hat es sich die Diakonie Tegernseer Tal zur Aufgabe gemacht, Betroffenen unter die Arme zu greifen. Am Schliersee gibt die Tafel Hausham-Schliersee in der ehemaligen Volksschule Lebensmittel aus.

Doch gerade jetzt werden die Tafeln stark gefordert. Der Krieg in der Ukraine und steigende Energie- und Lebensmittelkosten stellen die ehrenamtlichen Mitarbeiter vor große Herausforderungen. So erklärt Karlheinz Seybold, Organisator der Tafel Schliersee-Hausham, in einer Pressemeldung, dass sich aufgrund des Ukraine-Konflikts die Anzahl der Empfangsberechtigten mehr als verdoppelt habe.

Diese Erfahrung teilt sich Seybold mit Daniela Fino, die stellvertretend für die Gmunder Tafel erklärt: “Mit der großen Vielzahl an ukrainischen Flüchtlingen hat sich die Anzahl der Tafelbesucher verdoppelt.” Für das kommende Jahr prognostiziert Fino, dass die Zahl der Bedürftigen nochmals „weitaus mehr wird“ – vor allem aufgrund der steigenden Energiepreise. Die Gmunder Tafel rechnet dabei vor allem mit Rentnern.

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Tafeln geraten an Grenzen: So könnt ihr helfen

Jeden Mittwoch findet in der Tafel Hausham-Schliersee die Essensausgabe für mittlerweile über 100 Familien statt. Die Gmunder Tafel kümmert sich jeden Samstag um etwa 70 Empfänger. „Insgesamt sind es jedoch 200 bis 250 Empfänger durch Familienangehörige, insbesondere die Kinder der Empfänger“, weiß Fino von der Gmunder Tafel und betont:

Unterstützen kann man uns mit Lebensmittelspenden, aber auch Geldspenden, um wichtige Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Reis, Mehl, Zucker usw. dazuzukaufen.Daniela Fino, Verwaltungsleitung Diakonieverein im Tegernseer Tal e.V.

Gerade bei Grundnahrungsmitteln müsse man nämlich viel dazukaufen, da nur sehr wenig gespendet werde. „Der Hintergrund ist, dass diese Lebensmittel ein langes Haltbarkeitsdatum haben und die Lebensmittelgeschäfte entsprechend ihre Bestellungen anpassen. Es bleibt also wenig übrig“, weiß Fino.

Hier findet ihr Infos dazu, wie ihr der Gmunder Tafel bei ihrer Arbeit unter die Arme greifen könnt. Hier geht es zur Tafel Schliersee-Hausham.

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