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Neuer Pächter öffnet Hotelbetrieb - Gastronomie soll folgen

Endlich: Neustart für Tegernseer Hof in Gmund

Von Sabiene Hemkes

Der Gastronomie- und Hotelbetrieb des Tegernseer Hofs in Gmund ist seit dem letzten Lockdown komplett geschlossen. Auf die Wiedereröffnung des beliebten Biergartens und der Gastronomie warten Gäste wie Einheimische schon sehnsüchtig seit 2020. Verkaufsgerüchte machten zwischenzeitlich die Talrunde. Doch jetzt kommt die Kehrtwende.

Der Tegernseer Hof in Finsterwald eröffnet am 1. Juli überraschend wieder den Hotelbetrieb. Der neue Pächter plant auch, Biergarten und Gaststuben so schnell wie möglich wieder aufzusperren.

Nach nur einem Monat Vorbereitungszeit feiert Tobias Schröder die Neueröffnung der traditionsreichen Gastronomie-Institution „Der Tegernseer Hof“ (ehemals Feichtner Hof) in Gmund. Schon am 01. Juli will der 41-jährige Unternehmer aus Ostin das Hotel wieder eröffnen. Die TS erreicht den leicht gestressten Neu-Pächter am Telefon:

Wir haben hier gerade richtig viel zu tun. Es ist ambitioniert, schon in 10 Tagen das Hotel zu öffnen, aber wir werden das schaffen.

Schröder, der eigentlich studierter Betriebswirt ist, erfüllt sich mit der Übernahme des Tegernseer Hofs einen Traum. Der geborene Münchner hat durch seine vom Tegernsee stammende Frau die Liebe zum Tal entdeckt. Seit drei Jahren lebt die Familie jetzt auch schon in Ostin. Er wolle, berichtet Schröder weiter, im Tal nicht nur leben, sondern auch arbeiten und erklärt seine Motivation so:

Ich lebe so gern hier, da will ich auch der Region am See etwas zurückgeben. Der Tegernseer Hof soll in Zukunft wieder ein Begegnungsort für alle Talbewohner und Gäste sein – so wie er es früher einmal war: Mit regionalen Produkten und getragen von der Tegernseer Gastfreundschaft.

Darauf aber müssen wir noch etwas warten. Zuerst wird Schröder, der sich Anfang Juni mit dem Besitzer des Betriebes, der Familiengesellschaft Aureus Immobilien GmbH, über einen Pachtvertrag einig wurde, nur das Hotel eröffnen. Ab dem ersten Juli stehen den Gästen die 18 Zimmer wieder frei zur Buchung.

„Wir haben nicht viel verändert. Im Moment machen wir die Zimmer „schön’“, berichtet der Neu-Pächter lachend. Gern würde Schröder auch den so schmerzlich in der Gemeinde Gmund vermissten Biergarten und die Gastronomie in den Stubn wieder eröffnen. Aber …

Uns fehlt einfach das notwendige Personal. Wie so viele Gastronomen im Tal suchen auch wir händeringend nach Mitarbeitern.

Aber Schröder gibt die Hoffnung nicht auf, bald wieder Gäste in dem Biergarten und der großen Gaststube empfangen zu dürfen. Ob nun noch in diesem Sommer mit einem reduzierten Angebot oder erst 2023 lässt der Hotelier offen. „Wir werden organisch wachsen. Ich möchte mir und meiner Familie eine Zukunft im Tegernseer Hof aufbauen“, ergänzt Schröder.

Dabei sei es für ihn und auch den Besitzer des Hotels wichtig, sorgfältig zu planen und dabei langfristig wie nachhaltig das Gesamt-Projekt umzusetzen. Mit seiner neugegründeten Firma, der HeimatDrei GmbH, hat Schröder noch viele Ideen für die Weiterentwicklung des Tegernseer Hofs. Ab dem 1. Juli ziehen erstmal wieder Gäste in das drei Sterne Garni Hotel hoch über dem Tegernsee ein.

Noch ist der Biergarten unter den altehrwürdigen Kastanien verwaist.

In den letzten Jahren fand sich der Gastbetrieb an der Kaltenbrunner Straße immer wieder in den Schlagzeilen. Erst 2016 verkaufte Bräustüberl-Wirt Peter Hubert den Betrieb nach nur vier Jahren wieder. Hubert, der noch 2012 große Pläne für eine Hotelerweiterung hatte, übergab das Projekt und den Feichtner Hof an den Immobilienunternehmer Kristian Nicol Worbs, dem Geschäftsführer der Familiengesellschaft Aureus Immobilien GmbH mit Firmensitz in Dürnbach.

Vorgeschichte des Feichtner/Tegernseer Hofs

Worbs war es auch, der das allseits als Feichtner Hof bekannte historische Gasthaus mit Wurzeln im Jahr 1873, zwei Jahre später als Tegernseer Hof zu etablieren versuchte. Nach einem bizarren Namensstreit mit der Stadt Tegernsee und einem Pächterwechsel im darauffolgenden Jahr führte Philipp Schreibauer, Schwiegersohn von Worbs, den Hotel- und Gastronomiebetrieb weiter. Für den Biergarten und die Gastronomie war nach dem Winterlockdown 2020/21 allerdings Schluss. Als offizielle Begründung damals wurde fehlendes Personal angegeben. Die 18 Hotelzimmer und drei Ferienwohnungen waren noch bis zum erneuten Lockdown 2021 buchbar. Seitdem steht das gesamte Anwesen leer.

Im letzten Herbst machten dann Gerüchte im Tal die Runde, dass Worbs an einem Verkauf der Liegenschaft interessiert sei. Sogar von einem möglichen Umbau des Anwesens in Wohneigentum war die Rede. Dem schob der Gmunder Gemeinderat im November einen Riegel vor. Für das gesamte Areal wurde ein Bebauungsplan aufgestellt, in dem der Tegernseer Hof als Sondergebiet Hotel festgelegt wurde. Bürgermeister Besel, der derzeit im Urlaub weilt, wird es sicherlich freuen, dass nun die Zukunft des Tegernseer Hofes in der Gemeinde gesichert werden konnte.


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