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Aus nach 20 Jahren Zusammenarbeit

Exklusiv: DSV und Wiesseer Medical Park gehen getrennte Wege

20 Jahre lang arbeiteten der Deutsche Skiverband (DSV) und die Medical Park AG erfolgreich zusammen.

Stars wie Markus Wasmeier, Georg Hackl und Viktoria Rebensburg wurden medizinisch betreut. Doch damit wird es bald vorbei sein.

Die Medical Park AG und der DSV gehen getrennte Wege. Auch für die Klinik in Bad Wiessee ein harter Schlag.
Die Medical Park AG und der DSV gehen getrennte Wege. Auch für die Klinik in Bad Wiessee ein harter Schlag.

Es ist ein unscheinbarer Satz im Internet, der aufhorchen lässt: „Ferner baute MEDIAN eine Kooperation mit dem Deutschen Skiverband (DSV) zur Behandlung seiner Leistungssportler auf.“ Zu lesen ist das auf der Homepage der MEDIAN-Kliniken.

Das Unternehmen mit Sitz in Berlin beschäftigt 7.500 Mitarbeiter in bundesweit 43 Einrichtungen mit über 9.000 Betten. Wie ist dies zu verstehen? Bislang rühmte sich jahrelang der Medical Park in Bad Wiessee, verletzte Athleten des DSV in Reha-Maßnahmen optimal zu betreuen.

Ende trotz erfolgreicher Zeiten

„Seit nunmehr über 20 Jahren arbeitet Medical Park erfolgreich und vertrauensvoll mit dem DSV zusammen. Unsere Kooperation ist zu einer institutionellen Partnerschaft gereift“, erklärt Jenny Levié, bei der Medical Park AG zuständig für Marketing und Kommunikation, auf Nachfrage der Tegernseer Stimme. Doch damit wird es bald vorbei sein. Denn die Medical Park AG ist demnächst aus dem Rennen, stattdessen werden wohl die MEDIAN-Kliniken den deutschen Ski-Kader betreuen. Dazu Jenny Levié:

Beide Parteien haben sich nach langjähriger, sehr vertrauensvoller und erfolgreicher Zusammenarbeit entschlossen, den Vertrag nicht zu verlängern.

Allerdings werde der Medical Park Bad Wiessee St. Hubertus noch bis Ende 2015 die alleinige und offizielle Rehabilitationsklinik sowie das Diagnose- und Therapiezentrum des DSV bleiben, so Levié weiter. Doch dann ist Schluss. Beide Seiten wollen also nicht mehr zusammenarbeiten – und das trotz dieser erfolgreichen und langjährigen Partnerschaft?

Einen genauen Grund für das Ende der Kooperation nennen die Verantwortlichen des Medical Parks nicht. Auch Ralph Eder vom Deutschen Skiverband will sich dazu auf Nachfrage nicht äußern. Ebenso zum möglichen neuen Kooperationspartnern sagt Eder nichts und verweist auf „noch laufende Gespräche“.

Vom Pressesprecher der MEDIAN-Kliniken ist zu hören, man werde sich erst äußern, wenn die Tinte unter den Verträgen trocken sei. Demnach gibt es also bereits ausgehandelte Verträge zwischen dem Skiverband und MEDIAN. Nach Informationen der TS sollen verletzte Skisportler der nordischen Disziplinen in einer MEDIAN-Klinik in den neuen Bundesländern und Alpinsportler in der Münchner ATOS-Klinik behandelt werden. MEDIAN ist seit vergangenem Jahr Hauptgesellschafter der ATOS-Klinik in München-Bogenhausen.

Von Wasmeier bis Rebensburg

Für die Medical Park AG darf das Ende der Zusammenarbeit mit dem DSV durchaus als herber Schlag bezeichnet werden. Noch im Frühjahr nach den Olympischen Spielen in Sotschi rühmte man sich, die Sportler betreut zu haben: „Eric Frenzel, zweifacher Medaillengewinner in der Nordischen Kombination, ist nur einer aus dem Kreis der Athleten, die auf die ganzheitlich ausgerichtete medizinisch-therapeutische Betreuung der Medical Park-Kliniken bauen. Auch die beiden ‘Gold-Adler’ Severin Freund und Marinus Kraus sowie Viktoria Rebensburg (sie holte Bronze im Riesenslalom) haben sich in der jüngsten Vergangenheit dem Medical Park-Team anvertraut – und die Erfolge in Sotschi geben ihnen recht.“

Vor Kurzem war Viktoria Rebensburg noch im Medical Park, bald wird sie jedoch wo anders betreut werden.
Vor Kurzem war Viktoria Rebensburg noch im Medical Park, bald wird sie jedoch woanders betreut werden.

Die Kooperation mit dem DSV reicht zurück in die 90er-Jahre, als Olympiasieger wie Markus Wasmeier, Schorsch Hackl und Martina Ertl sich in Wiessee behandeln ließen. Warum die Zusammenarbeit nun plötzlich beendet wird, darüber lässt sich nur spekulieren.

Acht Jahre lang war Hartmut Hain Vorstandsvorsitzender der Medical Park AG im Unternehmenssitz in Amerang. Doch vor zwei Jahren verkündeten die MEDIAN-Kliniken, dass Hain die Seiten wechseln und ab 1. Oktober 2012 den Vorsitz der Geschäftsführung übernehmen werde. Seine Spezialität sind stationäre wie ambulante Reha-Maßnahmen.

Hat er nun den Deal mit dem DSV eingefädelt? Bald dürfte die Tinte unter den Verträgen ja trocken sein. Die Verantwortlichen des Medical Parks sind derweil auf der Suche nach neuen Kooperationspartnern. „Wir werden unsere medizinische und therapeutische Kompetenz mit Kooperationen in anderen Sportarten weiter ausbauen. Erste vielversprechende Gespräche dazu haben bereits stattgefunden“, so Jenny Levié abschließend.


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