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Johannes Hagn zu den Angriffen von "Rettet den Tegernsee"

Fakten stören nur

Von Martin Calsow

Erst scharf angreifen, dann zurückrudern. Das Verhalten von Andreas Scherzer erinnert unseren Kollegen Martin Calsow an einen Rückzug durch die Katzenklappe. Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn, der im Fokus des Beschusses stand, schildert seine Sicht der Dinge nun in einem Interview.

Von links nach rechts: Johannes Hagn (Bürgermeister Tegernsee), Benno Ziegler (Rechtsanwalt), Andreas Scherzer (“Rettet den Tegernsee”)

The return of the Katzenklappe. Wenn man als Kind etwas von den Eltern wollte, kreischte man oder zerdepperte etwas. Andreas Scherzer vom Verein “Rettet den Tegernsee” kam mit dem Anwalt Benno Ziegler. Der schlug gleich mit Unterstellungen gegen Bürgermeister Johannes Hagn los. Ein großer Auftritt. Der war Scherzer dann doch zu krass. Prompt ruderte er zurück und krabbelte mit einer Entschuldigung quasi durch die Katzenklappe zurück. Wir haben Bürgermeister Hagn dazu befragt.

Wie erklären Sie sich den jetzigen öffentlichen Druck, den dieser Verein macht?

Johannes Hagn: Man möchte die Kommunalwahl nutzen, um sich wieder ins Gedächtnis zu rufen. Dass man auf der einen Seite angeblich mit dem Ministerium in Kontakt steht, andererseits aber nicht mitteilt, dass die Untersuchungen des Landesamts für Umwelt (LfU) laufen, ist schon komisch. Jedenfalls stellt dies die komplette Argumentation in Frage und ich stelle mir die Frage, ob die Leute die hier unterschreiben überhaupt wissen, dass das Verfahren weiter läuft. Auf der Website des Vereins finde ich nichts konkretes dazu. Hat der Verein Kontakt zum LfU?

Zusammenfassend fällt doch sehr auf, dass der Verein nicht konkret sagt, was die Stadt unterlassen hat, beziehungsweise was die fehlenden rechtlichen Mittel sein sollen. Gefahrenabwehr bedeutet, dass unverzüglich Maßnahmen zu treffen sind, um für Sicherheit zu sorgen. Eine jahrelang andauernde Entschlammung ist hierfür jedenfalls zunächst nicht geeignet, da sie zu lange dauert, um das geforderte Ergebnis zu liefern. Also ist dieses Argument eher kontraproduktiv – zeigt aber sehr schön, dass Fakten eher störend sind.

Wie bewerten Sie die Aussagen des vom Verein beauftragten Anwalts?

Hagn: Die Aussagen kenne ich nach wie vor nur aus der Presse. Ein Gespräch steht aus. Allerdings geht es nicht um meine Befindlichkeiten, sondern konkret darum, ob hier ein Sicherheitsdefizit besteht. Die eine Seite sagt Ja. Die andere sagt, dass alles erforderliche getan ist.

Das Entschlammen der Bucht rückt bei dieser Argumentation vollkommen in den Hintergrund. Dass man hier meine Person angreift, hat den Grund, dass man an den eigentlichen Adressaten, das Umweltministerium, nicht herankommt. Das wird bei dem Bericht in der Abendschau auch so kommuniziert. Passt also wiederum genau ins Bild.

Namentlich Ihr Parteifreund Scherzer unterstellt Ihnen ja eine Untätigkeit. Wie bewerten Sie sein Auftreten auch in Hinblick auf seine erneute Gemeinderatskandidatur?

Hagn: Sobald das Ergebnis der Untersuchungen des LfU vorliegen, wird sich der Stadtrat wieder mit dem Thema befassen. Bis dahin ist alles offen. Wir werden dem Verein unsere Entscheidung dann zu gegebener Zeit mitteilen.

Vielen Dank für das Gespräch.

 


 

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