Gaumengenuss auf der oberen Firstalm am Spitzingsee

von Melanie Süss

Diesen Sommer und Herbst nehmen wir Euch mit zu den schönsten Almen und Hütten im Landkreis Miesbach. Empfehlungen, Tourenbeschreibungen, kulinarisches Angebot und die Frage, wie sie mit der Energiekrise umgehen. Dieses Mal die obere Firstalm am Spitzingsee, mit einzigartigem kulinarischem Angebot.

Die obere Firstalm im Eigentum der Familie Votteler auf 1370 Meter Höhe.

Unterhalb der Bodenschneid und dem Brecherspitz liegt die obere Firstalm auf einer Höhe von 1.370 Meter. Die Hütte ist seit über dreißig Jahren im Eigentum von Familie Votteler. Marcus Votteler ist mit dem Gastronomiebetrieb aufgewachsen. Die Leidenschaft habe ihn angetrieben, die Hütte weiterzuführen. Gleichzeitig sind er und seine Frau auch die Hüttenwirte der unteren Firstalm, diese stehe aber im Eigentum von Familie Leitner.

Tiere beaufsichtigen sie keine, aber am angrenzenden Almgebiet gebe es Kühe, Pferde, Schafe, Ziegen und Hühner. An die unteren Firstalm grenze eine Alm, wo der Bauer Kirchberger aus Fischhausen noch zwischen zwanzig und dreißig Milchkühe im Sommer habe und zweimal pro Tag zum Melken hochfahre.

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Die Familie Votteler wohne im Tal im Ort Spitzingsee. Die Hütte hat keinen Ruhetag und im Sommer bis 20 Uhr und im Winter bis 22 Uhr geöffnet. Es besteht eine Übernachtungsmöglichkeit mit sieben Doppelzimmern, sechs Vierbettzimmer und zwei Familienzimmer mit bis zu sechs Personen. Im Winter sei auf das Mondscheinrodeln hingewiesen. Für sechs Euro kann man sich einen Schlitten ausleihen und die Strecke ist bis 22:30 Uhr beleuchtet.

Tourenbeschreibung

Die obere Firstalm kann man vom Spitzingsee auf zwei Arten erreichen. Vom Kurvenlift führt eine Teerstraße vorbei am Berghaus Spitzingsee, die etwas später in einen Forstweg übergeht, zur unteren Firstalm – in rund 45 Minuten. Von der Hütte führt dann ein Wiesensteig – der mit Bodenplatten ausgelegt ist, da dieses Stück sehr matschig und rutschig ist – in nur fünfzehn Minuten zur oberen Firstalm hoch.

Die zweite Variante verläuft über den Spitzingsattel. Nachdem man die Schranke passiert hat, führt ein gewöhnlicher Forstweg mit einer Länge von 2,5 Kilometer hoch zur Hütte. Diese Strecke ist gleichzeitig die beleuchtete Rodelstrecke im Winter. Zu empfehlen ist allerdings die erste Variante, da diese die bessere Aussicht bietet. Insgesamt sind für beiden Routen zirka 300 Höhenmeter zu bewältigen. Kombinieren lässt sich diese einfache Tour mit einem Rundgang um den Spitzingsee.

Kulinarisches Angebot

Das kulinarische Angebot ist vielseitig und es gibt reichlich besondere Spezialitäten. Zu erwähnen seien die getrüffelten Käsespätzle mit Steinpilzen, die vegane Kürbiscremesuppe, der gebratene Ziegenkäse mit Kräuterhonig und Carpaccio sowie besondere Brez’n Chips mit Kräuter-Sauerrahm. An Getränken bekommt man alles, was das Herz begehrt.

Energiekrise macht auch Hüttenwirt zu schaffen

Auf die Frage, wie sie mit der aktuellen Energiekrise umgehen, erhalten wir von Marcus schlagartig die Antwort “Drama halt”. Er habe einen neuen Stromvertrag bekommen und zahle ab sofort das achtfache vom vorherigen Preis. Es herrsche laut dem Hüttenwirt mit der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg nur noch Krisenmodus. Einsparen beim Heizen ginge nicht, denn “Wenn die Menschen einen Tag Freizeit verbringen, in den Bergen und dem Alltag entweichen wollen, dann sollen sie nicht frieren müssen”, so der Hüttenwirt. Natürlich versuchen sie aber effizient zu arbeiten und Lichter und Küchenmaschinen früher auszuschalten.

Die Abschlagszahlen kommen erst, man sei vorbereitet. Mitarbeiter haben sie noch keine entlassen müssen, im Gegenteil, sie suchen aktuell Servicemitarbeiter für die Wintersaison. Während des Lockdowns wurde ein to-go Verkauf angeboten, um vor allem die Mitarbeiter zu beschäftigen.

Die Preise wurden nur ganz vorsichtig angehoben. “Eine Hälfte muss man selber schlucken, die andere Hälfte gibt man weiter an den Gast”. Marcus verstehe zudem auch das Problem, dass man auf einer Berghütte nicht übertriebene Preise für ein Gericht zahlen wolle. Über die vielen Gäste sei er froh. Er kritisiere eher die Abneigung gegen die Touristen, wobei es kleinere Schwierigkeiten mit den Menschen schon immer mal wieder gebe.

Marcus legt bei seiner Bewirtschaftung sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit. “So viel wie geht, beziehen wir regional”.

Faktencheck

Höhenmeter: zirka 300 Hm
Schwierigkeit: blau / leicht
Länge der Tour: zirka eine Stunde
Übernachtungsmöglichkeit: Ja, Doppelzimmer, Vierbettzimmer und zwei Familienzimmer
Öffnungszeiten: ganzjährig, im Sommer bis 20 Uhr, im Winter bis 22 Uhr
Kulinarisches Angebot: einzigartige Auswahl
Kartenzahlung: Nein
Preise: Qualität hat seinen Preis (lieber ab 25 Euro mitnehmen)
Für Hundebesitzer: Möglichkeit für Wasser am Spitzingsee und immer wieder kleinere Bäche

Hier noch ein paar Bilder der Tour:

Beim Kurvenlift folgt man der Beschilderung Richtung untere Firstalm.

Die obere Firstalm im Spitzingseegebiet, eine einfache Wanderung.

Ein uriges Hüttenambiente für nette Abende.

Zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten mit liebevoll eingerichteten Zimmern stehen zur Verfügung.

Eigene Räume eignen sich optimal für Tagungen und Seminare.

Nette Sprüche machen die Wanderung zu einem besonderen Erlebnis.

Hilfreiche Inspirationen und die Bergwacht freut sich.

Einzigartige Speisen machen die Einkehr zu einem genussvollen Erlebnis.

Verschiedene Brotzeiten sind natürlich auch zu finden auf der oberen Firstalm.

Getrüffelte Kasspatzn mit Steinpilzen und Salat.

Anschluss-Gipfeltouren zur Brecherspitz und Bodenschneid sind möglich.

Ein besonderes Highlight ist das Mondscheinrodeln. Schlitten sind ab sechs Euro erhältlich.

Weitere Almen für Euch:

Die Hubertushütte am Fuße des Breitensteins
Das Taubensteinhaus über dem Spitzingsee
Die Kreuzbergalm zwischen Schliersee und Tegernsee
Die Aueralm am Tegernsee
Die Mariandlalm zwischen Bayern und Österreich
Die Bayralm im Wildbad Kreuth
Die Buchsteinhütte im Schwarzbachtal
Durch das Dürnbachtal auf das Bodenschneidhaus
Das Rotwandhaus im Mangfallgebirge

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