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Betonbaron eröffnet in diesem Jahr neue Alm-Wirtschaft

Haslberger darf wieder mitspielen

Von Martin Calsow

Der Unternehmer und Rotwild-Freund Haslberger war in den letzten Jahren in Bad Wiessee eine Person, von der man meist mit großer Geringschätzung sprach. Der Jagdbegeisterte und Großgrundbesitzer hatte über die Jahre beliebte Ausflugslokale an der Westbank zusperren lassen. Der neue Gemeinderat will ihn jetzt aber wieder mitspielen lassen. Es geht – natürlich – um eine Alm.

Mit der Saurüsselalm will der Unternehmer Franz Josef Haslberger ein neues Gastro-Konzept verwirklichen. / Quelle: Peter Posztos

Die Hütte liegt auf halber Strecke zur Aueralm. Man erreicht sie über das Söllbachtal. Die Saurüsselalm liegt malerisch mit einem schönen Blick auf den Hirschberg und die anderen Kreuther Berge auf 940 Meter, ist selbst für Familien mit Kinderwagen wunderbar zu erreichen. Dort will sich der medienscheue und sture Unternehmer Franz Josef Haslberger aus Freising mit einem neuen Gastro-Konzept verwirklichen. Die Fraktionen im Wiesseer Gemeinderat sind darüber schon informiert worden.

Robert Kühn, der neue Bürgermeister, soll schon früh Kontakt zu dem Betonbaron aufgenommen haben. Der will, statt den Bauer in der Au für die Öffentlichkeit wieder zu reaktivieren, knapp 1.000 Meter Luftlinie westlich die Gäste zu einer neuen Alm lenken – weg von seiner eigenen Haziette. Auch das Landratsamt soll der Wirtschaft im Außenbereich zugestimmt haben. Haslberger wird eine große Nähe zu den dortigen Behörden nachgesagt.

Jäger-Disney-Reich in den Bergen

Das Vorhaben hat eine besondere Sprengkraft. In den letzten Jahren zeichnete sich der Unternehmer durch ausgesprochene Eskapaden gegenüber der örtlichen Gemeinschaft aus. Vor sieben Jahren schloss der Baustoff-Unternehmer das beliebte Ausflugslokal “Bauer in der Au” und auch die “Söllbachklause”. Haslberger erzürnte die eiserne Haltung des einstigen Gemeinderats zu seinen Plänen, den Bauern in der Au wieder in der ursprünglichen Größe aufzubauen, so wie der Hof vor dem Brand in der Hochebene stand. Immer wieder rasselte er mit dem Rat zusammen. Seitdem arbeitet der Unternehmer kräftig an seiner Idee von einem Privatreich hoch oben im Außenbereich.

Viele Bürger verachteten den Multi-Millionär für seine Haltung, sahen mit Entsetzen wie er sich dort oben mit viel Zäunen und Pflasterarbeiten sein Jäger-Disney-Reich schuf, die Wege mit Schranken und Videokameras überwachen ließ, und immer mit Bautätigkeiten die rechtlichen Möglichkeiten bis zum Exzess ausreizte. Andere bewundern ihn für seine Halsstarrigkeit gegenüber gemeindlicher Willkür.

Diverse Wiesseer Handwerker profitieren massiv von Haslbergers Bautätigkeiten, Vermieter von Ferienwohnungen und Einzelhändler freuen sich über eine neue Attraktion im Ort, einige von ihnen sind im Gemeinderat vertreten, würden also dem Projekt sofort zustimmen. Denn im Januar soll die Eröffnung der Saurüsselalm im Bad Wiesseer Gemeinderat diskutiert werden. Das Landratsamt, generell Großprojekten von Großunternehmern zugetan, hat schon alles abgenickt. Scheinbar a gmahde Wiesn für den Herrn des Betons.

Die politische “Elite” des Ortes wird sich daran messen lassen müssen, inwieweit sie dem Unternehmer möglichst enge und klare Auflagen aufzwingt. Schließlich wird der Mann auf Bewährung wieder in der dörflichen Gemeinschaft aufgenommen. Wer sich mit ihm einlässt, muss wissen, dass er auch schnell wieder fallengelassen werden kann – zum Schaden der Gemeinde.

 


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