Traditionshotel in Bad Wiessee ist ausgeschrieben
Hotel “Am Sonnenbichl” sucht neuen Besitzer

von Klaus Wiendl

Einst eine Alm, dann eine Gastwirtschaft, nach dem Krieg wurde daraus ein Hotel hoch über Bad Wiessee. So gaben sich hier unter dem Sonnenbichl einst auch die Ski-Asse die Klinke in die Hand. Heute ruht in der Wintersaison der Betrieb. Nun steht es zum Verkauf.

Das Hotel Sonnebichl in Bad Wiessee sucht einen neuen Besitzer / Foto: Klaus Wiendl

Nicht nur im Internet wird auf die Betriebsferien bis 31. März hingewiesen. Auch vor Ort gewinnt man den Eindruck, dass die Besitzer Peter und Bodo Ritter nur noch wenig Interesse an einem funktionierenden Hotelbetrieb haben. Im hohen Schnee führt keine Spur zum Eingang des Hotels mit 25 Zimmern. Nicht geräumt sind auch die 30 Parkplätze auf dem 100.000 Quadratmeter großen Areal. Während am Sonnenbichl im Audi-Skizentrum der Lift in Betrieb ist, liegt die touristische Herberge brach.

Ein Blick auf eine Immobilien-Homepage zeigt auch warum. Die „großzügige Betreibervilla“ nebenan „mit Hotelbetrieb in sonniger Höhenlage“ sucht einen neuen Eigentümer. Der muss viel Geld mitbringen. Angeblich soll das Objekt mit 1.200 Quadratmetern Wohnfläche etwa sieben Millionen Euro kosten, inklusive des freistehenden Einfamilienhauses aus dem Jahr 1983.

Interessenten erwarten sich mehr

Von Bauamtsleiter Helmut Köckeis ist zu erfahren, dass bei ihm „in regelmäßigen Abständen“ Interessenten vorbeikämen, die sich immer „tolle Baurechte“ erwarten würden. „Wenn die aber mitbekommen, dass dies im Außenbereich ist und dies alles sehr übersichtlich abläuft, dann habe ich nie wieder etwas von Ihnen gehört“, so Köckeis. Vor etwa fünf Jahren seien die ersten Interessenten aufgetaucht. „Bis heute aber hat sich nichts Entscheidendes getan“.

Zuletzt tauchten Eigentümer und Hotel 2013 in den Medien auf, als es um das Zielhaus des Fördervereins Schneesport im Tegernseer Tal ging. Peter und Bodo Rüter wollte das geplante Häuschen verhindern, weil es nicht in die Landschaft passe. Doch der Förderverein bekam Recht. Heute stehen dort ein Ziel- und Kassengebäude und ein Mehrzweckhaus mit Stüberl und Toiletten, das auch bei Waldfesten inzwischen unverzichtbar ist.

Weder die Geschäftsführerin des Hotels noch beide Eigentümer meldeten sich auf Nachfragen der Tegernseer Stimme.


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