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Hunde hetzen erneut Reh am Tegernsee

In Tegernsee-Süd wurde jetzt eine trächtige Rehgeiß von wildernden Hunden gebissen. Die Serie dieser Jagdwilderei reißt nicht ab. Zuletzt wurden zwei Rehkitze gerissen.

Schon wieder wurde ein Reh von Hunden gejagt. / Beispielbilder von den letzten Vorfällen – Foto re.: M. Herrmann

Vor gut drei Wochen waren es zwei Rehkitze, die unterhalb des Wallbergs in Rottach-Egern von Hunden gerissen wurden. Von den Wildtieren blieb nicht viel übrig. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal, Johanna Ecker-Schotte, entdeckte nur noch „den Lauf eines jungen Rehs, welches vermutlich kurz vorher gehetzt, gerissen und schwerverletzt wurde und vermutlich elendig verendet ist”.

Das andere Reh wurde Tage vorher in Ellmau gerissen, wie der Jäger vom Wallberg der Tegernseer Stimme berichtete. Und Ende Januar jagte ein Hund ein tragendes Reh zu Tode. Für eine Rehgeiß nicht so schlimm endete der jüngste Vorfall, der erst jetzt bekannt wurde.

Tatort Perronstraße

Sein Jäger und dessen Freund hätten unweit des Tegernseer Höhenwegs, nahe der sogenannten „Hettlage-Hütte“, einen Hochsitz repariert, als eine Rehgeiß an ihnen vorbeisauste, „die von zwei Hunden gejagt wurde“, schildert Lorenz Höß den Vorfall vom vergangenen Wochenende. Der Pächter des Jagdreviers Tegernsee-Süd ist auch für das Waldgebiet Leeberg zuständig.

Dort hätten die mittelgroßen Mischlinge das Reh dann an einem Zaun des obersten Grundstücks an der Perronstraße gestellt. „Sie hätten es zu Tode gebissen, wenn nicht meine zwei Mitarbeiter dies verhindert hätten. Sie konnten die Hunde verscheuchen, doch das Reh hatte schon Bisswunden. Nach einer kurzen Weile ist es aber dann auch geflüchtet“, schildert Höß den Vorfall.

Hunde an die Leine nehmen

Doch die junge Hundebesitzerin, die zu Besuch in Rottach-Egern gewesen sei, hätte sich aber „sehr einsichtig gezeigt“ und auch freiwillig ihre Personalien herausgegeben. „Von mir wurde sie dann bei der Polizei in Bad Wiessee angezeigt“, so der Revierpächter. Ob die Staatsanwaltschaft diese Jagdwilderei wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz weiterverfolge, würde sich noch zeigen.

Höß appellierte in diesem Zusammenhang nochmals an die Hundebesitzer, ihre Tiere an die Leine zu nehmen. „Denn gerade jetzt sind die Muttertiere trächtig und in der Bewegung eingeschränkt“. Im Mai und Juni sei dann der ganze Wald eine Kinderstube. „Dann ist es für die jungen Rehe noch gefährlicher“. Daher sollten für Ecker-Schotte „Wegsperrungen und Ruhezonen für unser Wild schnellstens umgesetzt werden“.


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