Ab sofort kann man Anträge abholen

Gratis Buskarte nun auch für Gmunder Senioren

Die Nachfrage ist groß. Überall wo man ist, wird man darauf angesprochen. Viele Senioren haben eine kleine Rente und sind froh, wenn sie sie beanspruchen können. Die Rede ist von einer besonderen Karte.

Eine Kostenlos-Karte für Senioren – auch in Gmund / Quelle: Klaus Wiendl

Die Rede ist von der Einführung der Karte, die allen Ü65 die kostenlose Benutzung des Linienbusses ermöglicht. Geschäftsleiter Florian Ruml berichtete in der Gmunder Gemeinderatssitzung am Dienstagabend darüber. Alle Senioren mit Hauptwohnsitz in Gmund sollen auf Antrag die Karte bei der Gemeinde bekommen.

Das ganze Oberland für null Euro

Ende November war der Grundsatzbeschluss in der Gemeinderatssitzung gefallen, dass die Karte – ähnlich wie auch in anderen Gemeinden im Tegernseer Tal – eingeführt werden soll. Seitdem hatte die Verwaltung den Arbeitsauftrag, die Rahmenbedingungen zu klären und mit der RVO zu sprechen. Jetzt liegt der Vertragsentwurf des Busunternehmens vor.

Mit der Karte kann das Tarifgebiet Oberland der RVO ganzjährig gratis genutzt werden. Mit Ausnahme der Linie 9551 von und nach München und grenzüberschreitender Verkehr nach Österreich. Ruml erklärte hierzu, dass das Gebiet in Holzkirchen beziehungsweise an der Landesgrenze endet. Die erforderlichen Kosten übernimmt die Gemeinde. Dabei ist die Summe auf 40.000 Euro jährlich gedeckelt. Alle darüber hinausgehenden Kosten, welche diese Netto überschreiten, trägt der RVO. Abgerechnet wird dabei pro Fahrt mit 3,12 Euro beziehungsweise bei mehreren Fahrten pro Tag pauschal mit 6,24 Euro für diese Fahrten.

Zu den jährlichen Kosten kommen noch weitere Kosten hinzu. Nämlich für den Kartendrucker, der einen Kaufpreis von 1.100 Euro brutto verursacht. Die Kosten für die Karten schlagen mit 985,32 Euro zu Buche – für 1.200 Karten. Dabei hätte man sich mit der Stadt Tegernsee zusammengetan und dadurch einen günstigeren Stückpreis erringen können. Auf eine Schutzgebühr für die Karte selbst will die Gemeinde verzichten. Lediglich bei Verlust der Karte müssten die Senioren mit 10 Euro pro Karte aufkommen. Ruml betonte:

Andere Gemeinden erheben eine Kartengebühr von 2 Euro für das Ausstellen.

Es gibt zunächst eine Probephase von einem Jahr, um die Kostenentwicklung abschätzen zu können. Die RVO GmbH liefert der Gemeinde in vierteljährlichem Abstand statistische Werte. Zusätzlich verpflichtet sich die Gemeinde, das Busticket im Gemeindeboten dauerhaft zu bewerben.

Ähnlich wie in anderen Gemeinden rechnet der Geschäftsleiter mit einem größeren Ansturm. „Manche Gemeinden haben schon 400 Anträge da“, meinte er. In Gmund gibt es 1.476 Senioren. Und jedes Jahr kämen 60 bis 90 dazu.

Lange Diskussionen gab es im Gremium nicht. Auch Michael Huber (SPD) zeigte sich grundsätzlich positiv gestimmt. Lediglich eines wurmte ihn: „Ich wundere mich immer wieder, warum unser Tegernseer Tal nicht in der Lage ist, mal was gemeinsam zu machen.“ Jede Gemeinde verhandle extra mit der RVO und führe die Karte zu einem anderen Zeitpunkt ein. Er hätte sich auch eine gemeinsame Beschlussfassung – etwa in der Bürgermeisterdienstbesprechung – vorstellen können.

Mehr kostenloses Busfahren gefordert

Langfristig müsse man hinbekommen, dass der ganze Landkreis mitmacht. Im übrigen brachte er noch an, dass auch andere Gruppen gern einen Rabatt bekommen würden. Als Beispiel nannte er Kinder und Jugendliche. Mit dem Gruppen-Ticket „Gib-Mir-5“ wäre ein erster Schritt getan worden. Allerdings sei da noch deutlich „Luft nach oben“. Auch Christine Zierer (FWG) fände eine Ausweitung der Zielgruppe notwendig. Gerade Kinder und Jugendliche wolle man schließlich dazu bringen, ÖPNV zu fahren.

Die Seniorenkarte für Gmund sei jedenfalls eine gute Sache, schloss Besel die Diskussion. Wie es sich im Landkreis entwickle, müsse man sehen. „Wir können den Landkreis nicht zum Jagen tragen.“ Man hätte einen ersten Schritt getan. Nun könne man es sich ein Jahr lang ansehen und dann werde sicher noch der eine oder andere folgen.

Als Tipp, um lange Wartezeiten zu vermeiden, gab Geschäftsleiter Ruml den Rat an interessierte Senioren, sich vorab den Antrag auf eine Karte abzuholen. Die Zuständigen in der Gemeindeverwaltung geben dann Bescheid, wenn die Karte fertig sei. Ab Donnerstag, 23.1. liegen die Anträge im Rathaus bereit. Als Karten-Einführungstermin steht der 1.3. im Raum. Letztendlich stimmten alle Gemeinderatsmitglieder zu.

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