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Nach schwerem Rodelunfall

Münchnerin klagt gegen Wallbergbahn

Nicht nur in diesem Winter kam es auf der Rodelbahn am Wallberg zu schweren Unfällen. Auch die Münchner Unternehmensberaterin Ines B. verunglückte 2015 auf der Strecke. Sie trug dauerhafte Verletzungen davon und reichte Klage ein. Nun kommt es zum Prozess.

Rodeln am Wallberg – nur auf eigene Gefahr. / Quelle: Wallbergbahn.de

In dem vergangenen, schneereichen Winter hatten sich die Unfälle auf der Rodelstrecke der Wallbergbahn gehäuft. Einige Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Auf der Tegernseer Stimme kam es daraufhin zu heftigen Diskussionen. Wie berichtet, wirft ein Rottacher den Betreibern der Bahn sogar Profitgier vor, denn seiner Meinung nach sei die Strecke lebensgefährlich. „Was muss noch alles an Unfällen passieren, bis endlich gehandelt wird?“, lautete damals sein Vorwurf.

Und auch die Zahlen sprechen für sich. Zwar hatte die Bahn heuer 70 Rodeltage und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr, doch auch die Unfälle stiegen massiv an. Waren es 2015/16 lediglich drei Rodelunfälle, verzeichnete die Rottacher Bergwacht im vergangenen Winter insgesamt 37 Einsätze.

Münchnerin trägt dauerhafte Verletzungen davon

Die Münchner Unternehmensberaterin Ines B. (29) hat es sich nun zum Ziel gemacht, dass sich auf der Rodelbahn am Wallberg etwas ändert. Sie selbst verunglückte am 13. März 2015 auf der Strecke und trug schwere Verletzungen davon. Die damals 26-Jährige stieg gegen 9 Uhr mit ihrem Freund in die Bahn. Zuvor hatte sie ein Zweierticket gelöst und sich einen Schlitten ausgeliehen.

Schon auf den ersten Metern bemerkte die junge Frau, „dass die Bahn sehr eisig war und ich trotz meiner dicken Winterschuhe schwer bremsen konnte“, erklärt sie gegenüber dem Merkur. Nach der ersten engen Kurve ging alles ganz schnell: „Ich schaffte es nicht, den Schlitten abzubremsen und fuhr auf einen Schneehügel zu.“ Doch anstatt durch den Hügel abgebremst du werden, wurde dieser regelrecht zu einer Sprungschanze: die damals 26-Jährige flog zehn Meter den Hang hinab, bis sie mit dem rechten Fuß im Boden einschlug.

Meine Ferse schob sich ins Schienbein und zertrümmerte mein Schienbein.

Die Bergwacht brachte sie ins Krankenhaus Agatharied. Aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen wurde sie in die Münchner Uni-Klinik an der Nussbaumstraße verlegt. Doch trotz mehrerer Operationen, Reha-Maßnahmen und hohen Kosten, blieben die Schäden an ihrem kompletten Bein irreparabel. „Ich kann meinen Fuß nur schwer bewegen“, so Ines B. gegenüber dem Merkur.

Nach drei Jahren kommt es zum Prozess

Sie selbst schätzt sich durchaus als sportlich ein und sei damals nicht zum ersten Mal auf einer Rodelstrecke unterwegs gewesen. Die Münchnerin nahm sich einen Rechtsanwalt. Sie wirft der Brauneck- und Wallbergbahn GmbH als Betreiber der Naturrodelbahn eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vor. „Man hätte die Bahn sperren müssen, denn es war zu eisig, die Schneehäufen am Rand waren an jenem Märztag schon zu niedrig.“

Zwar wollte sich die Wallbergbahn mit der Klägerin einigen, doch Ines B. lehnte den Vergleich ab. Nach drei Jahren kommt es nun am 26. April zum Prozess vor dem Münchner Landgericht. Eine finanzielle Entschädigung sei zwar sicherlich eine Erleichterung, doch die Münchnerin hofft, dass die Bahn nun endlich reagiert. „Mein Ziel ist, dass sich am Wallberg was ändert.“ In Österreich habe sie erlebt, wie Absicherungen funktionieren können. An die Selbstverantwortlichkeit der Leute zu appellieren, ist für sie „keine Lösung“.


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