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Vier Fragen an Bad Wiessees Bürgermeister Robert Kühn

Neuer Haslberger-Deal: Vertrag ohne Schlupfloch

Von Martin Calsow

Auf der einen Seite ein nicht einmal 40-jähriger Politik-Neuling, auf der anderen Seite ein mit allen Wassern gewaschener Unternehmer, der über nahezu unbeschränkte Geldmittel verfügt. Geht das gut? Wir haben den Bürgermeister von Bad Wiessee zum Saurüsselalm-Deal mit Franz Josef Haslberger befragt.

Bad Wiessees Bürgermeister Robert Kühn über den neuen Haslberger-Deal. / Quelle: Peter Posztos

Seit wann verhandeln Sie mit Franz Josef Haslberger um die Öffnung der Saurüsselalm zu einer Gastwirtschaft?

Robert Kühn: Mir ist natürlich bewusst, dass es eine lange, bisher wenig harmonische Geschichte zwischen unserer Gemeinde und Herrn Haslberger gibt. Aber ich will ja als neuer Bürgermeister mit einem frischen Blick auf die Themen schauen. Es hat ja auch durchaus Vorteile, sozusagen unverbraucht und ohne persönliche Vorgeschichte auf meine Gesprächspartner zuzugehen. So habe ich bald nach meiner Amtsübernahme im Frühjahr des letzten Jahres einen Kennenlern-Termin mit Herrn Haslberger angeregt. Kurz darauf kam er dann auf mich zu, um mir seine Ideen für die Saurüsselalm vorzustellen.

Werden andere Gastwirtschaften wie Bauer in der Au und die Söllbachklause auch wieder geöffnet?

Kühn: Bei all meinen Aktivitäten und Gesprächen will ich das Bestmögliche für unsere Gemeinde, ihre Bürgerinnen und Bürger und für unsere Gäste erreichen. Niemand hat Interesse daran, unser Ortsbild durch verlassene Häuser zu verunstalten. Deshalb will ich natürlich, dass Herr Haslberger seine brachliegenden Liegenschaften wie Söllbachklause oder Niederstubn wieder für die Allgemeinheit öffnet, beziehungsweise weiterentwickelt.

Was hat Sie dazu bewogen, wieder mit Haslberger zu verhandeln?

Kühn: Ich möchte, dass Bad Wiessee weiterkommt. Immer nur auf die Vergangenheit mit Unterstellungen und Vorhaltungen zu schauen, bringt uns dabei kein bisschen voran. Es ist meine Pflicht als Bürgermeister, mit Herrn Haslberger in Verhandlungen zu treten und dabei auszuloten, ob wir eine gute Lösung miteinander finden. Gleich zu Beginn unserer Gespräche habe ich im übrigen die Fraktionssprecher der verschiedenen Parteien im Gemeinderat miteinbezogen. Das Ganze soll ja schließlich keine „Two-Man-Show” werden.

Was macht Sie so sicher, dass Haslberger nicht wieder das alte “Geschlossen für den Normalbürger”-Spiel spielt?

Kühn: Alle Beteiligten von Seiten der Gemeinde sind davon überzeugt, dass nur ein wasserdichtes Vertragswerk ohne Schlupflöcher das Ergebnis der Verhandlungen mit Herrn Haslberger sein kann. Das geht nur mit Sorgfalt, weshalb die Verhandlungen bereits ein dreiviertel Jahr andauern. Herr Haslberger möchte etwas von uns, und er hat möglicherweise nicht mit solch entschlossenen Verhandlungspartnern gerechnet. Trotzdem scheinen wir uns auf einem guten Weg zu befinden. Ich bin zuversichtlich, dass der Gemeinderat bald das Vertragswerk vorgestellt bekommen wird und es dann beurteilen kann.

Zum Artikel “Betonbaron eröffnet in diesem Jahr neue Alm-Wirtschaft”: Haslberger darf wieder mitspielen.


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