Nach Ärger wegen Parkzone am Bahnhof - Stadt Tegernsee rudert zurück

Park and Ride: Parkabos für Pendler

Insbesondere Berufspendler hatten sich darüber geärgert, dass die Parkplätze oberhalb des Tegernseer Bahnhofs neuerdings kostenpflichtig sind. Doch trotz Entgegenkommen der Stadt kommen auch sie ums Zahlen nicht herum.

Pendler wurden am Tegernseer Bahnhof überrascht: Seit Neuestem prankt dort ein Schild: Parkzone.

Der Stadt Tegernsee steht unter Druck – ihr fehlen Stellplätze. Und das nicht erst, seit die Bauarbeiten fürs Quartier Tegernsee in der Hochfeldstraße begonnen haben. Wie berichtet hatten einige Anwohner mit Baubeginn ihre bisherigen Parkplätze verloren. Manche mieteten daraufhin einen Stellplatz an der Seesauna an, andere wichen auf den Parkplatz am Bahnhof oder aufs benachbarte Schulgelände aus.

Die Stadt bot den betroffenenen Anwohnern eine Alternative an: die letzten freien Parkplätze neben der Feuerwehr. Zum Jahrespreis von 150 Euro. Das war im April. „Abhängig von der weiteren Entwicklung könne man weitere Abos am Bahnhof erteilen“, teilte Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn damals mit.

Mit fünf Euro ist man dabei

Inzwischen hat sich die Entwicklung tatsächlich zugespitzt. Zahlreiche Beschwerden gingen bei der Stadt ein. Gemeldet wurden nicht nur Parkverstöße von Fremd- und Dauerparkern rund ums Bahnhofsareal, sondern auch auf dem Schulgelände. Die Stadt reagierte. Seit den Sommerferien ist der Parkplatz am Bahnhof eine Parkzone. Das Parken kostet dort aktuell fünf Euro pro Tag (wir berichteten).

Macht bei durchschnittlich 230 Arbeitstagen im Jahr 1150 Euro. Darüber hatten sich insbesondere Berufstätige geärgert, die täglich vom Tegernsee aus nach München oder Holzkirchen pendeln. Auch ihre Beschwerden hatten sie der Stadt vorgetragen. In der gestrigen Sitzung des Bau-, Verkehr- und Umweltausschusses wurde nach einer Lösung gesucht.

Der Pendler-Bonus

Hagn hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass für Pendler eine zeitnahe Regelung getroffen werde. Flächen für Dauerparker sollte es jedoch keine geben. Festgehalten wurde gestern Folgendes:

Die Parkplatzsituation am Bahnhofsplatz sowie in der Klosterwachtstraße wird gemäß dem Parkkonzept aus 2017 umgesetzt. Pendler können ein Jahresabonnement für 150 Euro zu erwerben. Unter Vorlage der BOB-Monats- oder Jahreskarte könne dieses Abo bei der Stadt erworben werden. “Das sind 12,50 Euro im Monat“, sagt Hagn. „Bei 20 Arbeitstagen liegen wir unter einem Euro pro Tag.

Abonnieren heißt nicht reservieren

Auch Anwohner, die nachweislich keine Stellplätze auf eigenem Grund haben, können für diesen Bereich Parkabos bei der Stadt erwerben. Hagn betont noch einmal, dass damit „kein reservierter Parkplatz“ verbunden ist. Solche Abos für Pendler gibt es auch am Holzkirchner Bahnhof. Dort verlangt die DB Bahnpark derzeit 1,20 Euro am Tag oder 7 Euro die Woche. Dauerparker zahlen 44 Euro im Monat bei einer Mindestmietlaufzeit von drei Monaten, Pendler unter Vorlage ihres Pendlerausweises die Hälfte.

Außerdem wurde in der gestrigen Sitzung beschlossen, die Bahnhofstraße, Hochfeldstraße und Karl-Theodor-Straße aufgrund der Häufigkeit der Verstöße intensiver zu überwachen. Zwar hätten Pendler bereits in der Vergangenheit ein Park-Abo erwerben können, so Hagn, aber es seien noch einige Fragen offen gewesen. So sei man sich beispielsweise unschlüssig gewesen, ob die bestehenden Abo-Kontingente überhaupt erweitert werden, oder ob auch Zweitwohnungsbesitzer ein Parkabo erwerben können.

Im Ergebnis sind die Kontingente für Pendler und Anwohner jetzt erhöht worden. Und sofern sie keinen eigenen Stellplatz haben, sind auch Zweitwohnungsbesitzer berechtigt, ein Park-Abo zu erwerben. Anwohner der Hochfeldstraße und Karl-Theodor-Straße, die noch auf der Suche nach einer Parkmöglichkeit sind, finden diese beim Feuerwehrhaus. Dort sind laut Auskunft des Bürgermeisters noch zwei Stellplätze frei.

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