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Gerät Strüngmann nun stärker unter Druck?

Wiessee könnte Spielbankareal kaufen

Seit September prüfte das Landratsamt, ob die Gemeinde Bad Wiessee den Verkauf des Spielbankareals samt Haus des Gastes an Thomas Strüngmann rückgängig machen kann. Nun liegt die Stellungnahme der Tegernseer Stimme exklusiv vor: die Miesbacher Aufsichtsbehörde hat unter „gewissen Parametern“ keine Einwände.

Das Haus des Gastes sowie das ehemalige Spielbankgrundstück gehören Thomas Strüngmann. Doch jetzt könnte Wiessee es eventuell zurückkaufen.
Das Haus des Gastes sowie das ehemalige Spielbankgrundstück gehören Thomas Strüngmann. Doch jetzt könnte Wiessee es eventuell zurückkaufen.

Das Prüfungsergebnis des Fachbereichs Kommunales des Landratsamtes dürfte Wasser auf die Mühlen der Wiesseer Gemeinderätin Klaudia Martini (SPD) sein. Sie war die Wortführerin, die im Juli forderte, das brachliegende Spielbankgelände samt Haus des Gastes wieder in den Besitz der Gemeinde zu bringen.

Der Tegernseer Unternehmer Thomas Strüngmann hatte es im Dezember 2012 für 4,7 Millionen Euro erworben. Nach kontroversen Diskussionen im Gemeinderat einigte sich dieser im September darauf, das Landratsamt juristisch prüfen zu lassen, ob eine Rückabwicklung des Kaufvertrages möglich ist.

Der Tegernseer Stimme liegt nun die „rechtsaufsichtliche Stellungnahme zur Finanzierung des Rückkaufs“ vor. Das Fazit: „Im Zuge eines Kreditgenehmigungsverfahrens wären elementare Voraussetzungen darzulegen und zu prüfen, so etwa die mit dem Rückkauf angestrebte gemeindliche Aufgabenerfüllung und die Ausschöpfung vorrangiger Einnahmequellen der Gemeinde. Unter gewissen Parametern käme sodann – insbesondere aufgrund der positiven dauernden Leistungsfähigkeit der Gemeinde Bad Wiessee – eine Genehmigung in Betracht“.

Rückkauf würde Pläne auf Null setzen

Ein Handicap für die klamme Gemeinde dürfte allerdings sein, wo sie die etwa 4,7 Millionen Euro für den Rückkauf hernehmen will. Schließlich hat Wiessee bereits Schulden von 30 Millionen Euro. Zudem wurde ihr das Areal vor einem Jahr schon einmal von Strüngmann angeboten.

Ihn irritierte, sagte der Unternehmer der Tegernseer Stimme im Juli nach dem Vorpreschen Martinis, „dass nun einige Gemeinderäte plötzlich einen Antrag auf Rückabwicklung einreichen, obwohl ich persönlich bereits in einer Gemeinderatssitzung 2014 der Gemeinde einen Rückkauf angeboten habe“.

Sollte die Gemeinde zugreifen, müsste sie bei der Stunde Null anfangen. Etliche Jahre würden vergehen, siehe Jodbad, bis eine Planung stehen könnte. Von möglichen Investoren gar nicht zu reden, die auch schon Strüngmann händeringend sucht.

Strüngmann könnte diese rein theoretische Möglichkeit des Rückkaufs dennoch in Bedrängnis bringen. Sein Zeitfenster ist damit sicherlich kleiner geworden. Noch genießt er Rückhalt im Gemeinderat. Doch in Wiessee erhofft man sich nun bald den großen Wurf, auf den man schon so lange wartet.

Ursprünglicher Artikel vom 30. November 2015 mit der Überschrift: „Strüngmann lässt Wiessee im Ungewissen“

Viele Augen richten sich in Bad Wiessee auf den November. Denn die Fraktionssprecher des Gemeinderates sollten dann mehr über die Zukunft des Spielbank-Geländes erfahren. Der Monat neigt sich, doch Eigentümer Thomas Strüngmann hüllt sich weiter in Schweigen: „Kein Kommentar“, erklärt er auch gegenüber der Tegernseer Stimme.

Kauft die Gemeinde das ehemalige Spielbankgrundstück zurück? Laut Gemeinderatsbeschluss soll sie es prüfen lassen. Foto/Archiv
Kauft die Gemeinde das ehemalige Spielbankgrundstück zurück? Laut Gemeinderatsbeschluss soll sie es prüfen lassen. Foto/Archiv

Eigentlich sollte ein klärendes Gespräch zu Strüngmanns Hotelplänen an der Seepromenade im November stattfinden. Dafür hatte sich eine Mehrheit des Wiesseer Gemeinderates ausgesprochen, um einen Rechtsstreit mit dem Tegernseer Unternehmer zu vermeiden. Denn auf dem Ratstisch lag eine Forderung der SPD-Gemeinderätin Klaudia Martini, die im September eine Rückabwicklung des Kaufvertrages mit Strüngmann forderte. Dieser hatte Ende 2012 das Uferareal samt dem Haus des Gastes für 4,7 Millionen Euro erworben.

Strüngmanns Pläne waren, dort ein Luxushotel zu errichten. In diesen drei Jahren wurde viel spekuliert und sogar mögliche Studien der Öffentlichkeit präsentiert. Von einem Hotel in „Bananenform“ war die Rede. Auch eine Annäherung zwischen Strüngmann und der Grünwalder Firmengruppe RDR schien möglich, der das Lederer-Areal gehört. Dort konnte man sich wegen der Hochwasserlinie mehrere Chalets auf Stelzen vorstellen. Münden sollte alles in einer großzügigen Flaniermeile am See.

Die „Banane“ als mögliche Studie

Das war vor einem Jahr, als es noch hochfliegende Pläne gab, die sich sogar beide Seiten in etwa vorstellen konnten. Seitdem herrscht ziemliche Funkstille. Auch eine von RDR und Strüngmann gemeinsam formulierte Pressemitteilung änderte daran nichts. Sie war zu schwammig. Man wolle bezüglich einer gemeinsamen Entwicklung der beiden Grundstücke kooperieren, hieß es in der nichtssagenden Absichtserklärung: Es gebe konstruktive Gespräche. Doch letztlich scheiterten diese am Geld.

Nach Informationen der Tegernseer Stimme will Thomas Strüngmann für das ehemalige Hotel Lederer nicht viel mehr auf den Tisch legen, als RDR im November 2011 dafür bezahlt hatte: 6,2 Millionen Euro. Auch ein Vermittlungsgespräch von Bürgermeister Peter Höß in Stuttgart blieb ohne Erfolg: die Fronten bleiben unverändert verhärtet und die Seepromenade in diesem Bereich eines Kurorts nicht würdig.

Entscheidung zur Rückabwicklung ist bekannt

Deshalb wohl der Vorstoß von Martini, die angesichts der Eiszeit forderte, das Spielbank-Grundstück mitsamt dem Haus des Gastes wieder in den Besitz der Gemeinde zu bringen. Obwohl sie mit Ihrem Antrag scheiterte, war Konsens im Gemeinderat, eine Rückabwicklung rechtlich durch das Landratsamt prüfen zu lassen.

Diese Entscheidung ist nun offenbar Kämmerer Franz Ströbel bekannt. Da ihm die Stellungnahme bislang nicht offiziell vorliege, möchte sich Ströbel nicht öffentlich dazu äußern. Nichts Eindeutiges ist auch von Höß zu vermelden. Ein konkreter Termin mit Strüngmann sei noch nicht vereinbart. Und Strüngmann: „Kein Kommentar“. Nach Informationen der Tegernseer Stimme wird es auch im Dezember kein Treffen der Fraktionssprecher mit Strüngmann geben. Alles andere wäre eine Überraschung, ist zu erfahren. Aber manchmal ist der Dezember auch ein Monat freudiger Überraschungen.

 

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