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Machbarkeitsstudie lässt auf sich warten

Tunnel oder Trasse

Von Nicole Kleim

Mitsprache- und Zeichenrecht bekamen die Waakirchner Bürger für ihre geplante Ortsumfahrung. Die Trassenvorschläge – darunter auch drei Tunnelvarianten – werden durch eine Machbarkeitsstudie geprüft. Das Ergebnis verzögert sich jedoch ein weiteres Mal.

Mit Tunnel-Schildern wie hier in Waakirchen kämpft die Bürgerbewegung B472 für eine unterirdische Lösung. / Archivbild

Ursprünglich waren zwölf Trassenvorschläge beim Straßenbauamt Rosenheim als Alternative zur Waakirchner Nord-Süd-Umfahrung eingegangen. Darunter drei Tunnelvorschläge. Wie berichtet waren die Waakirchner Bürger aufgefordert worden, bis Ende Oktober letzten Jahres ihre Wunschtrasse selbst auf Papier zu zeichnen und einzureichen.

Neun dieser vorgeschlagenen Varianten fielen in die Machbarkeitsstudie des Straßenbauamtes. Auch der von der Bürgerbewegung „Entlastung der B472“ eingereichte Tunnelvorschlag wurde bislang als technisch umsetzbar eingeschätzt, könnte aber möglicherweise an den hohen Kosten scheitern. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie hätte eigentlich bis Ende des Jahres 2017 präsentiert werden sollen, verzögerte sich dann allerdings um drei Monate und wurde für Ende März angekündigt.

Rosenheims neuer Baudirektor Stefan Högenauer, der Ende Februar erst die Nachfolge von Christian Rehm angetreten hatte, erklärt jedoch auf Nachfrage, dass die Analyse nicht bis Ende März, sondern „in der ersten Jahreshälfte“ fertiggestellt werde. Als Grund gibt er an:

Ein Ergebnis der Machbarkeitsstudie liegt noch nicht vor. Das liegt vor allem an der verzögerten Fertigstellung der Verkehrsuntersuchung. Hier hat sich die Durchführung von Verkehrszählungen aufgrund von Straßensperrungen durch Baumaßnahmen in 2017 zeitlich stark verzögert. Die Verkehrszählungen sind für die Verdichtung des Verkehrsmodells unverzichtbar. Auf dieser Grundlage wird dann die Verkehrswirksamkeit der Varianten untersucht.

Soll heißen, die Machbarkeitsstudie wird erst dann vorgestellt werden, wenn sie vollständig erarbeitet ist. Bodenuntersuchungen seien zum gegenwärtigen Planungsstadium nicht üblich, sagt er. Vielmehr prüfe man im Rahmen der Machbarkeitsstudie im ersten Schritt die Umweltverträglichkeit, das Baugrundrisiko sowie die Auswirkungen auf den Boden. Diese Art der Bewertung wiederum habe nichts mehr gemein mit der vom Bundesverkehrswegeplan, kritisiert Lars Hülsmann – Sprecher der Bürgerbewegung Entlastung B 472.

Von dieser Grundlage sei aber die Bürgerbewegung ausgegangen. Die damals verwendete Logik des Bundes werde nicht nur verworfen, sondern auch die damals getroffenen Annahmen würden keine Rolle mehr spielen. Für die Bürgerbewegung seien aber eben diese Annahmen, beispielsweise im Hinblick auf die Betroffenen, falsch gewesen und einzig der Grund dafür, dass das Projekt in den vordringlichen Bedarf aufgenommen wurde.

Wie entscheidet Waakirchen?

In erster Linie gehe es nicht um die Entlastung der Bürger, so Hülsmanns Vorwurf, sondern um eine Ertüchtigung der B472“. „Man möchte die Bundesstraße einfach aus dem Ort haben, damit schneller gefahren werden kann, obwohl es in Waakirchen nie zu Staus kommt.“ Die Bürgerbewegung bleibt dabei: Die im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) vorgesehene Nord- oder Südumfahrung widerspreche der Alpenkonvention. Es gelte, die Natur zu schützen und Flächenfraß zu vermeiden.

Als nächsten Schritt wolle man das aktuell durchgeführte Verkehrs- und Mobilitätsgutachten für das gesamte Oberland abwarten, dessen erste Ergebnisse im April veröffentlicht werden sollen, genau analysieren. Schließlich habe man immer dafür plädiert, dass dieses unbedingt in die Bewertung einer sinnvollen Lösung für Waakirchen. aber auch für die geplanten Umfahrungen in Holzkirchen sowie Gmund, mit einfließen müsse, sagt er.

Und auch mit der Politik werde man erneut das Gespräch suchen. Noch vor der Landtagswahl sollen sich die Verantwortlichen zum Thema Tunnel äußern. Auch ein Termin mit dem neu gewählten Bürgermeister in Gmund steht nach der Stichwahl am 11. März an. Für Hülsmann ist jedoch gar nicht so sehr die Machbarkeitsstudie entscheidend. Für ihn zählt, wie die Gemeinde Waakirchen sich künftig positionieren wird.


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