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Bürgermeister Hagn ist fassungslos über Baupläne

“Typisches Tegernseer Schmankerl”

Das Schmankerl liegt traumhaft an der Bodenschneid- und Schwaighofstraße in Tegernsee Süd. Nebenan entsteht gerade das Klinik- und Sanatoriumsprojekt Perronstraße. Was dem einen recht ist, ist dem neuen Bauwerber offenbar billig.

Die denkmalgeschützt Villa soll zugebaut werden – der Baumbestand soll sieben Neubauten weichen

Es geht um 7.564 Quadratmeter in Hanglage zur Schwaighofstraße. Das Grundstück prägt eine denkmalgeschützte Villa und alter Baumbestand. Dieser aber soll nach dem Willen der Eigentümergemeinschaft Herz verschwinden, denn sie will auf der Grünfläche sieben Gebäude errichten. Dies sei ein „typisches Tegernseer Schmankerl“, wie Bürgermeister Johannes Hagn das Vorhaben in der Bauausschuss-Sitzung bezeichnete. Eingereicht war ein Antrag auf Vorbescheid für die Errichtung von zwei Wohn- und Geschäftshäusern mit Tiefgarage, zwei Einfamilienhäusern mit jeweils einer Doppelgarage und einer zusätzlichen Doppelgarage. Entsprechend war Hagns Reaktion:

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir die Spucke wegbleibt.

Denn jahrelang sei von den Antragstellern gegen die Bebauung des Nachbargrundstücks Perronstraße opponiert und dafür gekämpft worden, dass der alte Baumbestand erhalten bleibt. Dafür habe man auch den Landschafts- und Denkmalschutz reklamiert. „Und dann knallt man sich sein Grundstück zu, dass einem nur schwindlig werden kann“, wetterte Hagn.

Bei dem Klinik- und Sanatoriumsprojekt „Perronstraße“ von Klaus Dieter Burkhart würden alle Baumbestände erhalten bleiben. Doch jetzt soll das Nachbargrundstück mit sieben Gebäuden „vollgeknallt“ werden. Mit der Anfrage sollte geklärt werden, ob der Plan mit Lage, Umfang und Dimension genehmigungsfähig sei.

Massive Bebauung

Im Einzelnen ist vorgesehen: Direkt an der Schwaighofstraße zwei Wohn- und Geschäftshäuser mit einer Grundfläche von je 24 auf 11 Metern und einer Tiefgarage auf der Grundstücksgröße von 2.140 Quadratmetern. Dahinter, vor dem denkmalgeschützten Haus, ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage auf einer Fläche von 12 auf 9 Metern und einer Grundstücksgröße von etwa 900 Quadratmetern.

Links von diesem geplanten Neubau soll zur Bodenschneidstraße hin ein weiteres Einfamilienhaus mit Maßen von 17 auf 10 Metern und einer Doppelgarage auf dem Grundstück mit etwa 1.000 Quadratmetern entstehen. Auf dem Restgrundstück von 3.500 Quadratmetern mit der denkmalgeschützten Villa ist noch eine zusätzliche Doppelgarage zur Bodenschneidstraße hin geplant.

Perronstraße als Bezugsfall?

Die Erschließung des Grundstücks soll von der Schwaighof- und der Bodenschneidstraße erfolgen. Die Problematik des Grundstücks sei, so Bauamtsleiterin Bettina Koch, dass es mehr im Außen- als im Innenbereich liege. Allerdings sei die Situation neu zu bewerten, wenn Burkharts Kliniken verwirklicht sind. Dann habe auch der dort vorgesehene Pavillon eine „prägende Wirkung“ und könnte als Bezugsgröße gelten.

Somit wäre denkbar, dass das Bauvorhaben der Eigentümergemeinschaft Herz dem Innenbereich zugeordnet werden könnte. Im Flächennutzungsplan sei das Grundstück insgesamt als private Grünfläche ausgewiesen. Diesem aber würden die geplanten Gebäude im Außenbereich widersprechen.

Noch sind im Flächennutzungsplan Grünflächen ausgewiesen 

Daher seien diese planungsrechtlich nicht zulässig. Für einen Bebauungsplan sehe der Anwalt der Stadt wenig Chancen, da er städtebaulich nicht mehr begründet werden könnte. Denn mit der Perronstraße sei eine vergleichbare Bebauung auf dem Nachbargrundstück zugelassen worden. Das Problem sah Thomas Mandl (SPD) mit der „massiven Bebauung“ durch die Klinikgebäude. Hagn kündigte an, nochmals mit Burkhart über den Pavillon reden zu wollen, ob er auf diesen vielleicht verzichten würde. Denn dieser könnte mit seiner „Größe und Wertigkeit“ als Bezugsfall gelten.

„Zum jetzigen Zeitpunkt könne das gemeindliche Einvernehmen für den Vorbescheid nicht erteilt werden, da große Teile des Grundstücks im Außenbereich liegen“, lautete der Beschlussvorschlag. Diesem folgte der Bauausschuss einstimmig.

Blick von der Bodenschneidstraße über die Villa Richtung See

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