ADAC Rodelbahnentest 2012 zeigt bekannte Schwachstellen

Ein „ausreichend“ für den Wallberg

Von Christopher Horn

Der ADAC hat auch in diesem Jahr 20 Rodelbahnen in Oberbayern, im Allgäu und dem Bayerischem Wald genauer unter die Lupe genommen. Natürlich war auch die Strecke am Wallberg in Rottach-Egern wieder dabei.

Wurde die Rodelbahn im Jahr 2011 vom ADAC vor allem wegen gravierender Sicherheitsmängel kritisiert, hat sich auch heuer insgesamt nicht viel verändert. Am Ende stand im Testbericht erneut ein Mangelhaft und nur der 11. Platz. Für die Verantwortlichen ist dagegen ein Teil der Kritik des ADAC nicht nachvollziehbar.

Nathalie Geisenberger auf der Rodelbahn im Februar 2012. Ihre Einschätzung: „Die Bahn ist nicht ohne“.

„Jedes Jahr verunglücken hunderte Schlittenfahrer, einige sogar tödlich. Um sie besser zu schützen, muss dringend in die Sicherheit der Rodelbahnen investiert werden.“ Das sagte der ADAC Vizepräsident Max Stich im Oktober letztes Jahr. Wieviel Wahrheit dahinter steckt, sieht man an Großkampftagen auf und an der Rottacher Rodelstrecke am Wallberg.

Alpenbahnen versprachen Verbesserungen

So wurde die Rodelbahn im Jahr 2011 vom ADAC im Bereich der Sicherheit noch mit “mangelhaft” bewertet. Mit dem schlechten Ergebnis stand der Wallberg allerdings nicht alleine da. Die Probleme ähneln sich oft: ungenügende Streckenführung, gefährliche Kurven und Absturzstellen.

Laut ADAC müssten die Pisten grundsätzlich besser präpariert werden. Gefahrenstellen gehören durch Zäune und Polster entschärft. Vor Steilstücken, Kurven oder Kreuzungen sollten Tafeln die Rodler warnen.

Antonia Asenstorfer, Pressesprecherin der Alpenbahnen zeigte sich im letzten Jahr noch überrascht von den schlechten Testergebnissen und erklärte gegenüber der Tegernseer Stimme im Dezember 2011:

Grundsätzlich nehmen wir die Einschätzung des ADAC bezüglich etwaiger Sicherheitsmängel natürlich ernst. Allerdings können wir die Aussagen in den Testergebnissen nicht in allen Bereichen nachvollziehen und müssen uns diese auch mit dem ADAC zusammen nochmals im Detail anschauen.

Nichts desto trotz war Asenstorfer entschlossen auf die Hinweise zu reagieren und versprach “Verbesserungen im puncto Sicherheit.”

Kein extra Fußweg, keine Begrenzung

Die Ergebnisse des neuerlich vom ADAC durchgeführten Tests belegen nun, das dies jedoch nur teilweise geschehen ist. Der Automobilclub hat auch in diesem Jahr einiges im Bereich der Sicherheit zu bemängeln und bewertete die Rodelbahn am Wallberg daher sowohl in diesem Teilbereich als auch in seinem Gesamturteil wieder nur nur mit der Note “ausreichend”.

Folgende Punkte fielen bei der Wallbergbahn negativ auf:

– Kein von der Bahn getrennter Fußweg zum Start
– zum Testzeitpunkt Fußgänger auf der Bahn
– keine Hinweise mit Verhaltensregeln am Start
– keine durchgehende seitliche Begrenzung in Schlittenhöhe
– zum Testzeitpunkt Wellen von mehr als 40 Zentimetern Höhe auf der Strecke
– eine Kehre nicht ausreichend gesichert.

Ähnlich wie im Vorjahr wiesen die Tester allerdings auch auf einige positive Aspekte der Bahn hin:

– Bahn nur für Schlittenfahrer ausgewiesen
– Beschneiungsanlage vorhanden
– Strecke zum Testzeitpunkt gut präpariert
– Informationen an der Talstation über Schwierigkeitsgrad, Streckenzustand und aktuelle Witterung

Darüber hinaus lobte der ADAC auch das sehr abwechslungsreiche Profil und den hohen Spaßfaktor, den die anspruchsvolle Bahn mit sich bringt. Den ausführlichen Test der Wallberg-Rodelbahn kann man hier nachlesen.

Der Rodelbahntest 2012. Quelle: ADAC

Aufgrund der Sicherheitsmängel reichte es in diesem Bereich dennoch nur zu einer leichten Verbesserung von “mangelhaft” auf “ausreichend“. Insbesondere die nicht im kompletten Streckenbereich vorhandenen seitlichen Begrenzungen in Schlittenhöhe waren den Prüfern wie auch schon im Vorjahr ein Dorn im Auge. Eine Auffassung, die Antonia Asenstorfer auch in diesem Jahr nicht nachvollziehen kann:

Eine durchgängige Steckenbegrenzung über 6,8 Kilometer Länge halten wir nicht für erstrebenswert und auch nur schwer umsetzbar. Nichts desto trotz haben wir durchaus auf die schlechte Bewertung im Jahr 2011 reagiert und Veränderungen vorgenommen.

Konkret hätten die Betreiber zusätzliche Tafeln angebracht, die zum einen zeigen sollen, wo man sich auf der Strecke gerade befindet. Zum anderen ist auf den Tafeln eine Notrufnummer vermerkt. Desweiteren sei der Auslauf entschärft worden und ein „Rodel-Ein-Mal-Eins“ herausgebracht, dass den Freizeitsportlern das richtige Verhalten auf der Strecke und dem Umgang mit dem Schlitten näher bringt.

Dabei müssten die Rodler sich stärker bewusst werden, dass das Rodeln gerade auf einer so schwierigen Bahn wie der am Wallberg immer auch Gefahren mit sich bringt. Asenstorfer sieht da auch die Eltern in der Pflicht, die oft genug ihre Kinder mit auf die Strecke nehmen würden.

Wir appellieren hier vor allem an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Die Bahn ist nun mal anspruchsvoll und für kleine Kinder nur bedingt geeignet.


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