Ein Kommentar

Was erlauben sich Bauträger?

Es gibt Baustellen. Und es gibt Baustellen. Die einen sind notwendig – eine Brücke muss saniert, eine Straße erneuert werden. Das dient uns, die wir die Infrastruktur täglich mit unseren Fahrten belasten. Dafür zahlen wir Steuern. Dann gibt es jene, die entstehen, weil ein Bauträger ein Projekt in die Welt setzt. Er und seine Objektkäufer verdienen. Leiden muss die Gemeinschaft.

Bauträger verdienen – auf Kosten der Gemeinschaft.

Ein Kommentar von Peter Posztos:

Die Baustelle liegt nicht weit von einem Knotenpunkt, dem Gmunder Gasteig. Zudem befindet sich gegenüber einem Restaurant und ein Supermarkt, der REWE. Man könnte sagen, die Dauerbaustelle im Gmunder Zentrum liegt verkehrsmäßig an einem Flaschenhals. Alles denkbar ungünstig für Bauen im Sommer, wenn die Verkehrszahlen in die Höhe schnellen.

Dem umtriebigen Bauentwickler Christian Werth ist das egal. Er hat seine Genehmigungen nach vielem Hickhack mit der Gemeinde in der Tasche. Nun lässt er seine LKW auf der rechten Spur zur besten Pendlerzeit stehen, und sorgt so für ein veritables Verkehrschaos. Der Mann vom Niederrhein zuckt nur mit den Schultern. „Mir doch wurscht”, denkt er wohl, während er in seinem Büro in Wurfweite das Chaos aussitzt.

Auf Kosten der Gemeinschaft

Oder: Das Loch in Bad Wiessee. Schon vor über einem Jahr hat der kluge Gemeinderat Markus Trinkl auf die Grundwasserrisiken hingewiesen. Egal, der Bauträger lässt das Loch offen. Egal, wie schiach es wirkt. Marco Wendler von der WM-Eigenheimbau GmbH aus Ismaning zuckt mit den Schultern, schwafelt von Terminschwierigkeiten.

Die Menschen, die zur Arbeit nach München oder nach Tegernsee oder Rottach-Egern fahren müssen, weil die Pannen-BOB nicht zuverlässig fährt, die Menschen pflegen, die einkaufen wollen, die einen Bestrahlungstermin in Agatharied erreichen müssen, die sind dem Ismaninger Bauherrn mit dem hochtrabenden Projektnamen “lake life” schlicht egal.

Die Menschen, die jeden Tag versuchen, Bad Wiessee schön und attraktiv zu gestalten, Bauhofmitarbeiter, Gärtner und Hoteliers, die werden mit diesem Loch eines privaten Bauträgers verhöhnt. Aber den Gemeinden sollte das nicht egal sein. Sie muss in Zukunft jeden dieser gut verdienenden Bauträgern in die gemeindlichen Schranken weisen. Es kann nicht sein, dass einer munter verdient – auf Kosten der Gemeinschaft.

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