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Wasserwirtschaftsamt erklärt Vorfall an der Rottach

Was passiert, wenn der Damm bricht?

Von Simon Haslauer

Sonntagnacht drohte ein Damm in Rottach zu brechen. Nur durch rasches Handeln konnte eine Katastrophe abgewendet werden. Was wäre, passiert, wenn der Damm gebrochen wäre? Und wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Der Dammweg an der Rottach /Quelle: Nina Häußinger

Auch das Tegernseer Tal ist vor Hochwasser nicht sicher. In den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu extremen Ereignissen. So zum Beispiel im Jahr 2013. Mit einem derartigen Jahrhunderthochwasser hatte damals niemand gerechnet: Rund 250 Liter Wasser pro Quadratmeter regnete es an vier Tagen direkt am Tegernsee. In den Kreuther Bergen fielen pro Quadratmeter sogar 380 Liter Regen. So viel wie sonst in zwei Monaten. Die Folgen und Schäden waren enorm.

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Und auch heuer hat es uns erwischt, wenn auch nicht ganz so schlimm. Trotzdem stieg der See nach starken Regenfällen im Mai immer weiter. Zahlreiche Uferpromenaden wurden überschwemmt. Das Wasserwirtschaftsamt (WWA) Rosenheim versucht deshalb immer mehr Zuflüsse so auszubauen, damit die Hochwassergefahr für die Anwohner minimiert wird. Auch an der Rottach wird seit vergangenem Jahr gebaut.

“Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim baut derzeit an der landseitigen Böschung Ufermauern, um den Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser an der Rottach im Gemeindegebiet Tegernsee und Rottach-Egern sicherzustellen“, erklärt Andreas Holderer vom WWA. Das Gewässerbett der Rottach wurde schon in den Jahren 2014/2015 mit Wasserbausteinen gesichert und verstärkt. Eigentlichen sollten die Arbeiten nun in diesem Sommer endgültig beendet sein. Doch durch den starken Schneefall im Winter, wird sich die Fertigstellung bis in den Herbst hinein verzögern.

Dammbruch am Sonntag nur knapp verhindert

Nun kam es zu einem weiteren Zwischenfall und der Zeitplan wurde nochmal unfreiwillig nach hinten verschoben. Der Grund: Durch starke Regenfälle drohte der Damm, an dem gebaut wird, zu brechen. Vergangenen Sonntag um 23:30 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte fest, dass der Damm zu brechen drohte. Es wurde sofort ein Krisenstab abgehalten und Artikel 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetz festgestellt. Der regelt Zuständigkeiten im Angesicht eines Katastrophenfalls.

Rund 150 Einsatzkräfte der Feuerwehren Rottach-Egern, Tegernsee, Bad Wiessee, des THW Kreisverbandes Miesbach, des Bauhofs Rottach-Egern sowie von zwei örtlichen Baufirmen konnten glücklicherweise Schlimmeres verhindern. Jetzt konnte der Damm provisorisch mit Kies und Steinen gesichert werden. Aber wie konnte es zu diesem Vorfall kommen? Holderer erklärt:

Um den Hochwasserschutz nach dem Stand der Technik zu errichten ist es erforderlich, den vorhandenen Deich, der sich in einem sehr schlechten baulichen Zustand befindet, in Teilbereichen abzutragen, um die Fundamente der neuen Ufermauer herzustellen.

Die Platzverhältnisse an der Rottach seien sehr begrenzt, ein Eingriff in den Bestand und damit eine vorübergehende Schwächung des Schutzsystems lasse sich nicht vermeiden. „Durch die bereits durchgeführten Unterhaltungsmaßnahmen im Gewässerbett konnte der Deich bis zu den Sonntagnacht ergriffenen Stabilisierungsmaßnahmen dem Wasserdruck widerstehen“, so Holderer

Ein Dammbruch hätte enorme Folgen

Ein Dammbruch hätte immense Folgen für die gesamte umliegende Region gehabt. „Wäre der Deich gebrochen, wären größere Teile von Rottach-Egern, die aktuell noch im Überschwemmungsgebiet der Rottach liegen, von Überflutungen betroffen gewesen“, gibt Holderer zu. Hunderte Menschen hätten evakuiert werden müssen.

Trotzdem müssen die Arbeiten nun weitergehen. „Nachdem die aufgefüllten Baugruben für die Fundamentierung der Ufermauern wieder hergestellt sind, werden die Arbeiten möglichst zeitnah weiter fortgesetzt.“, versicherte das WWA.

Eine grobe Ausdehnung der möglichen Überflutungen gibt die Darstellung des aktuellen Überschwemmungsgebietes der Rottach.

Wie hätte ein Dammbruch Rottach betroffen?

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