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Rollsplitt-Protest der Wettlkamer stößt auf Ablehnung

Wenn der Asphalt zu laut flüstert

Die Kreisstraßen MB2 und MB5 bei Otterfing sind neu saniert worden. Deren Splitt-Oberflächen rüttelten daraufhin am Ohr der Anwohner. Beim Thema Flüsterasphalt war auch der Kreisausschuss taub.

Otterfinger fordern einen neuen Belag auf der MB2 und MB5. / Beispielbild: pixabay

Weder die Anwohner des Otterfinger Orteils Wettlkam noch die Gemeinde Otterfing sind mit den neu sanierten Kreisstraßen MB2 (Wettlkam, Heigenkam) und MB5 (Bergham-Erlach) zufrieden. Der „sehr grobe Splitt“, der als letzte Maßnahme im Sommer als Deckschicht auf die Oberfläche aufgetragen worden war, nutze nicht nur die Reifen ab, stellten sie verärgert fest, sondern verursache auch deutlich mehr Lärm.

Vom Landkreis forderten sie deshalb einen neuen Belag, sogenannten Flüsterasphalt. Man habe sich im Vorfeld der Sanierung mit der Thematik auseinandergesetzt, so Kreiskämmerer Gerhard de Basio, und sich für kostengünstigere Variante in Höhe von 288.000 Euro entschieden. Damit habe der Landkreis rund 419.000 Euro an Kosten gespart.

Keine Fehler beim Straßenbau

„Wenn wir jetzt zurückbauen, machen wir uns die wirtschaftliche Sanierung selbst kaputt.“ Robert Wiechmann (Grüne) verstand die ganze Protestaktion ohnehin nicht ganz. Ob denn beim Straßenbau Fehler passiert seien, wollte er wissen – und erntete ein „Nein“. „Wenn das der gültige Standard ist, haben wir, wenn wir davon abweichen, ein Problem“, meinte Wiechmann daraufhin.

Der Otterfinger Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU), Mitglied des Kreisausschusses, bat darum, einen Teil der Einnahmen aus der Kreisumlage zu nehmen, und diesen in einen neuen Belag zu investieren. „Die Bürger wollen, dass es ruhiger wird“, sagte Eglseder. Außerden fehle seit der Sanierung die Mittellinie auf den Straßen.

Rollsplitt-Oberfläche bleibt. Bis Frühjahr.

Zur Veranschaulichung zeigte er einen kurzen Film – aus einem fahrenden Auto heraus aufgenommen. Peter Kadel im Landratsamt für den Straßenbau zuständig, versprach, dass sich das Lärmaufkommen verringern werde. Eine Markierung könne aufgrund des noch überschüssigen Splitts auf der Fahrbahndecke erst durchscheinen, wenn der Verkehr diesen eingefahren habe.

Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider gab zu Protokoll, er hätte „Probleme“ damit, für einen neuen Straßenbelag zu stimmen. „Wir müssen auf die Kosten achten.“ Man könne sich die Sache ja im Frühjahr noch einmal anschauen. Mit einer Gegenstimme beschloss der Kreisausschuss, die MB2 und MB5 mit keinem neuen Belag zu versehen.

Gleichzeitig wurde festgehalten, dass jede künftige Sanierung, den gesetzlichen Richtlinien entsprechend, wirtschaftlich kostengünstigst umzusetzen sei.


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