Wiesseer kündigen juristische Schritte an

Widerstand gegen Heizkraftwerk

Das sechs Millionenprojekt neben dem Badepark stößt auf Ablehnung. Eine Interessengemeinschaft von Anliegern stemmt sich jetzt gegen das geplante Hackschnitzelheizwerk. Ihr Argument: die Gemeinde würde mit „falschen Zahlen“ operieren.

Fotomontage des geplanten Heizwerks am Badepark.(Quelle: Gemeinde Bad Wiessee)

Das geplante Heizkraftwerk (wir berichteten) werde die Umwelt mit Emissionen entlasten, wie das beauftragte Ingenieurbüro EST in Miesbach errechnet hat. Es hält eine Einsparung von 1,5 Millionen Litern Heizöl pro Jahr für möglich. Zudem wäre eine Hackschnitzelheizung auch eine Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe.

Vorausgesetzt, es finden sich genügend Abnehmer in der Münchner Straße, der Hirschbergstraße, in der Adrian-Stoop-Straße, der Wilhelminastraße und der Anton-von-Rieppel-Straße. Doch sollte das Projekt, das noch am seidenen Faden hängt, verwirklicht werden, drohen Anwohner mit juristischen Schritten.

Unruhe unter den Anwohnern

Die „Interessengemeinschaft gegen den geplanten Standort des Heizwerkes“ machte dies in ihrem Schreiben vom 27. November, das der Tegernseer Stimme vorliegt, an Bürgermeister Peter Höß deutlich. Dessen Vorhaben habe zu „großer Unruhe“ geführt.

„Das geplante Heizwerk sowie der LKW-Lärm bei der Anfuhr der Hackschnitzel und der Einfluss der Abgase vom Heizwerk beeinflussen den Charakter des Kurzentrums von Bad Wiessee negativ, und bedeuten für die Gäste der anliegenden Hotels und die Bewohner der benachbarten Häuser eine erhebliche Störung“, wird in dem Schreiben angeführt. Auch zwei weitere hohe Schornsteine seien nicht unbedingt ein Wahrzeichen eines Kurzentrums.

Reger Lkw-Verkehr

Am 17. Oktober habe zwar auf Einladung der Projektleitung eine Informationsveranstaltung stattgefunden, doch sei diese für die Zuhörer „unbefriedigend“ verlaufen. Denn es seien „teilweise unpräzise Angaben gemacht und teilweise auch falsche Zahlen genannt“ worden. Als Beispiel nennen die Widersacher die Lkw-Anfahrten pro Woche.

Während es bei der Vorstellung des Projekts im Gemeinderat einmal hieß, zwei Anlieferungen pro Woche würden ausreichen, müssten nun die Zahlen nach oben korrigiert werden. Die Interessengemeinschaft habe nun von „vier bis fünf Fahrten pro Woche nach sachkundigen Beiträgen einzelner Teilnehmer erfahren“.

Charakter des Kurorts in Gefahr

Hinzu komme nun, dass je Lieferung zwei Container mit Hackschnitzeln zur Abladestelle des Heizwerks gefahren werden müssten. „Sowohl beim Rangieren der Lkw auf der Furtwänglerstraße als auch bei der Rückwärtsfahrt zur Abladestelle, und auch beim Abladen selbst sei der Motorlärm der Lkw für die gesamte Umgebung störend. Nicht nur für die nahen Hotels und die Wohnungen, sondern auch für dos Freiluft-Schwimmbecken des Badeparks und auch für die Ruhestätten des zukünftigen Jod-Schwefel-Bades”.

Weiter wird bemängelt, „dass die Hotels und Wohnungen“ in der Nähe des Heizwerks durch Abgase trotz der hohen Schornsteine je nach Windrichtung belästigt würden, was sich bei dem vorgesehenen Standort nicht vermeiden lasse. Mit ihm würde sich auch der Charakter des Kurorts verändern. Doch offensichtlich seien für die Gemeinde ausschließlich „wirtschaftliche Interessen maßgeblich“.

Daher werde „dringend“ gebeten, die „Planungen zu überdenken“ und dabei den „berechtigten Interessen der betroffenen Bürger Rechnung zu tragen“. Sollte allerdings an der Projektplanung festgehalten werden, würde man „juristische Hilfe in Anspruch“ nehmen. Das Schreiben erreichte auch den Gemeinderat.


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