Taleinheitliche Kurtaxe gefordert

Wiesseer CSU macht Druck

Wie gestern berichtet sollte am Donnerstag die Erhöhung der Kurtaxe erneut auf die Tagesordnung des Gemeinderats von Bad Wiessee kommen – wenn auch nur für Schwerbehinderte. Nach dem Einwand der Kommunalaufsicht wurde das Thema verschoben. Doch nun legt die CSU mit einem neuen Antrag nach.

Wiessee will die Kurtaxe erhöhen – die CSU stellt sich weiter dagegen / Archivbild

Seit im Februar die drastische Erhöhung des Kurbeitrags von 2 auf 3,30 Euro beschlossen wurde, kommt Bad Wiessee nicht mehr zur Ruhe. Immer wieder wird gegen den Alleingang von Interims-Bürgermeister Robert Huber (SPD) aufbegehrt, der die 65-prozentige Erhöhung zum 1. Dezember 2019 nur mit knapper Mehrheit im Gemeinderat durchbrachte. Ob es die anderen Tal-Bürgermeister sind, die sich dagegen ausgesprochen haben oder der Wiesseer Kur- und Verkehrsverein, der sich von der Entscheidung im Rathaus überrumpelt fühlte.

Bei der folgenden Protestveranstaltung der Gastgeber Mitte März hatte der CSU-Ortsvorsitzende Florian Sareiter bereits einen Antrag seiner Partei gegen den Aufschlag von 1,30 Euro pro Kopf und Tag angekündigt. Heute wurde dieser konkretisiert. Der Antrag soll entweder bereits am Donnerstag oder dann in der Juni-Sitzung behandelt werden, sofern Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) dies zulässt. Höß will diese Woche wieder dem Gemeinderat vorstehen. Zuletzt ließ er keinen Zweifel daran, dass er „voll“ hinter der Erhöhung der Kurtaxe stehe. Eine einheitliche Kurtaxe fürs gesamte Tal hält Höß angesichts der vielen Angebote in Bad Wiessee nicht für angemessen.

Demontage der talweiten Zusammenarbeit

Dies sieht die CSU in ihrem Antrag nun anders. „Die Grundlage für den Erfolg des Tourismus im Tegernseer Tal ist der Zusammenhalt und die Zusammenarbeit der fünf Tal-Gemeinden“. Es sei deshalb „unverantwortlich“, diese enorm wichtige Zusammenarbeit der Tal-Gemeinden im letzten Jahr vor der Wahl des neuen Gemeinderates zu „demontieren“. Das Gegenteil sei notwendig: „Es müssen optimale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf Tal-Basis geschaffen werden“.

Es gebe nur eine Variante, die „von allen Tal-Gemeinden einvernehmlich akzeptiert“ werde: „Eine Erhöhung des Kurbeitrags ab 1. Dezember 2019 auf 2,50 Euro und später eine weitere Anhebung auf 3 Euro“. Es gehe um die Zukunft von Bad Wiessee und des Tegernseer Tales. Dafür kann sich die CSU auch eine öffentliche „Sondersitzung“ vorstellen. Vorsorglich hatte ihr Bürgermeisterkandidat Florian Sareiter bei der Nominierungsveranstaltung schon angekündigt, dass er bei seiner Wahl auf den Chefsessel im Rathaus die Erhöhung auf 3,30 Euro im Mai nächsten Jahres durch den neuen Gemeinderat auch wieder „revidieren“ könne, sollte bis dahin kein Kompromiss gefunden werden.

Die CSU fühlt sich bestärkt durch die Unterschriftenliste des Verkehrsvereins, in der sich 110 der 200 Wiesseer Vermieter gegen die drastische Erhöhung der Kurtaxe aussprachen. Mit 2.000 Betten als Druckmittel hoffen auch die Gastgeber auf eine erneute Diskussion im Gemeinderat. Dem stehen wohl noch erregte Debatten bevor.


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