Landrat Wolfgang Rzehak tritt offiziell zur Wahl an

Beppo will’s nochmal wissen

Der amtierende Landrat Wolfgang Rzehak will weiterhin an der Spitze des Landkreises stehen. Wie erwartet, tritt er bei der Kommunalwahl 2020 erneut für die Grünen an. Sein Fokus für die kommenden sechs Jahre: das Thema Verkehr.

Der grüne Kreisvorsitzende Georg Kammholz und die beiden Sprecher der grünen Kreistagsfraktion, Elisabeth Janner und Robert Wiechmann, gratulierten dem amtierenden Landrat Wolfgang Rzehak zu seiner Kandidatur (v.li.) / Quelle: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Bei der Aufstellungsversammlung von Bündnis 90 / Die Grünen am vergangenen Mittwoch im Bräuwirt in Miesbach wurde Wolfgang Rzehak erwartungsgemäß wieder als Landratskandidat gekürt. Vorgeschlagen von Wahlleiter Johannes Küster, ging der amtierende Landrat als einziger Kandidat ins Rennen – und das mit 94 Prozent Zustimmung.

2014 wurde der 51-Jährige zum ersten grünen Landrat in Bayern gewählt. Er zog in seiner Bewerbungsrede eine positive Bilanz: „Die fünfeinhalb Jahre waren gut.“ Er wolle sich weiterhin mit voller Kraft für den Landkreis einsetzen. Dabei gehe es für ihn als „Landrat für alle“ nicht um Parteipolitik: „Der Landkreis steht an erster Stelle, nicht die Partei.“

Kein Rückfall in alte Zeiten

In seinem Rückblick erinnerte er daran, die Asylkrise und die Sparkassenaffäre erfolgreich aufgearbeitet und mehr Transparenz und Offenheit in den Kreistag gebracht zu haben. Auch in das explosive Thema Jagd sei Ruhe eingekehrt – „indem man präsent ist, zuhört und sich für die Sache interessiert“. Rzehak betonte:

Ich ducke mich nicht weg. Aber ein guter Landrat lässt die Leute auch machen.

Seine Wahl vor fünfeinhalb Jahren habe sich insofern auch positiv auf die Verwaltung ausgewirkt: „Ein Wechsel an der Spitze des Landratsamts war überfällig.“ Mit ihm werde es keinen Rückfall in alte Zeiten geben, versprach der 51-Jährige.

Schulden weiter abbauen

Zu den Erfolgen der laufenden Legislaturperiode zählte für den Landrat auch der massive Schuldenabbau. War der Landkreis bei seinem Amtsantritt noch mit 132,4 Millionen Euro verschuldet, werden es 2020 nach aktuellen Schätzungen noch 90 Millionen Euro Schulden sein. Innerhalb von sechs Jahren würden damit ein Drittel der Gesamtschulden abgebaut. „Das ist nachhaltige Politik. So verschaffen wir uns Freiräume, um auch für unsere Kinder und Enkelkinder politisch etwas gestalten zu können.“

Sein Ziel für die nächste Amtsperiode sei, dass der Schuldenstand des Landkreises bis 2026 unter 50 Millionen Euro sinkt. Gleichzeitig wolle er viel Geld für den Öffentlichen Personennahverkehr in die Hand nehmen. Im Dezember soll im Kreistag über den Nahverkehrsplan abgestimmt werden. Rzehak verspracht, dass dieser Plan dann nicht in der Schublade verschwinden werde, sondern seine Agenda für die nächsten sechs Jahre bilde. „Das alles wird sehr viel Geld kosten und den Haushalt belasten, aber ich bin bereit, Prioritäten zu setzen.“

Das große Thema Verkehr

Denn als große Herausforderung für die kommende Amtszeit sieht Rzehak weiterhin das Thema Verkehr. Ihn freue es, dass mittlerweile alle Fraktionen im Kreistag hinter dem Ziel stehen, dass der Landkreis dem MVV beitritt. „Einen Beitritt zum MVV haben die Holzkirchner Grünen schon in den 1990er Jahren gefordert. Schön, dass jetzt alle Parteien dahinter stehen.“ Denn der 51-jährige Gmunder ist sich sicher:

Wir brauchen den 30-Minuten-Takt, ausreichend Sitzplätze in den Zügen und eine Elektrifizierung der Zugstrecken.

Laut Rzehak unterschätzen offenbar einige das Amt. „Es ist mehr, als nur Lust auf den Job zu haben. Man muss auch Verwaltung können, nicht nur gestalten“, so der Verwaltungsfachwirt in Anspielung auf die Aussagen seines Herausforderers Olaf von Löwis (CSU). „Das Leben ist in den vergangenen fünfeinhalb Jahren nur so vorbeigerauscht, aber es macht Spaß.“

Mit Rzehak stehen nun offiziell vier Kandidaten für die Wahl im kommenden Jahr fest. Antreten werden außerdem Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) und Martin Beilhack (Bayernpartei), Landwirt aus Warngau und Hauptmann der Waakirchner Gebirgsschützen, sowie Christine Negele (SPD), Kreisrätin aus Tegernsee.


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