Die Albert-Link-Hütte am Spitzingsee

von Melanie Süss

Diesen Sommer und Herbst nehmen wir Euch mit zu den schönsten Almen und Hütten im Landkreis Miesbach. Dieses Mal die Albert-Link-Hütte. Hier wurde der Dosenöffner weggeworfen und während der Pandemie eine ganz besondere Idee realisiert.

Uwe Gruber, der Pächter auf der Albert-Link-Hütte, mit seinem selbstgebackenen Brot.

Inmitten des Valepper Almenrundwegs am Spitzingsee liegt gerade einmal dreißig Minuten vom Ort entfernt die Albert-Link-Hütte, welche der DAV Sektion München Oberland gehört. Pächter ist seit 22 Jahren Uwe Gruber, ursprünglich aus Plauen in Oberfranken. “Es war überhaupt nicht der Plan, Hüttenwirt zu werden. Ich wollte einfach raus in die Berge für lediglich ein Jahr”, lacht Uwe.

Die Albert-Link-Hütte hatte damals viel Wechsel und die Sektion suchte nach neuen Hüttenwirten. Laut Uwe war das Haus in einem traurigen Zustand und der Alpenverein musste zuerst renovieren. Mit einem kleinen Konzept, vor allem viel regionale Produkte anzubieten und alles, was möglich ist, selber zu kochen, wurde gestartet. “Unser Konzept war: Wir werfen den Dosenöffner weg und beginnen das Kochen”, sagt der fröhliche Hüttenwirt. Er selber wohne nur ein paar Meter von der Hütte entfernt.

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Die Albert-Link-Hütte hat ganzjährig geöffnet, außer Ende November bis Weihnachten. Voraussichtlich auch immer im April, je nach Wetterlage. “Wenn man unten schon Rad fahren kann und hier liegt noch Schneematsch, dann macht es einfach keinen Sinn geöffnet zu haben”, kommentiert er. Am Montag ist Ruhetag. Zudem sei der Klimawandel für Uwe deutlich spürbar. Der Schnee komme immer später und teils gebe es im November noch Tage mit knapp 20 Grad. Im Winter ist die Hütte umgeben von einer wunderschön verschneiten Langlaufloipe inmitten der Berge. Jedoch handelt es sich dabei um eine eher sportlichere Loipe, auf der schon einige Höhenmeter zu überwinden sind.

In Voll- und Teilzeit sind insgesamt dreißig Mitarbeiter fest angestellt. “Manche sind schon über Jahre hier”, äußert Uwe. Wobei er sein Team im Winter auf zirka vierundzwanzig reduziert. Es gibt 62 Übernachtungsplätze in Zwei-, Drei-, und Vierbettzimmern sowie Bettenlagern.

Tourenbeschreibung

Vom südlichen Ufer des Spitzingsees führt oberhalb der Brücke ein Wegweiser zur Albert-Link-Hütte in dreißig Minuten. Auf einem Forstweg entlang erhält man sehr bald weitreichende Aussicht auf die umliegenden Berge bis hinüber zum oberen Sonnwendjoch nach Thiersee, wovon die Hütte ihren Bergkäse bezieht.

Neben der Hütte befinden sich mehrere Almen, die laut Uwe im Sommer alle bewirtschaftet sind, teils mit Milch- und Jungvieh. Eine schöne Rundtour ergibt sich mit dem Valepper Almenrundweg sowie die Gipfeltour zum Rosskopf, welche sich im Winter als Schneeschuhtour großer Beliebtheit erfreut.

Kulinarisches Angebot

Das kulinarische Angebot ist breit gefächert. Der Hüttenwirt legt großen Wert darauf, dass so viel wie möglich selber gekocht wird und auch großteils regionale Produkte verarbeitet werden. Von den typischen Hüttengerichten bis hin zu verschiedenen Brotzeiten und Salaten sowie ein reichliches Angebot an Süßem, ist so gut wie alles abgedeckt.

Eine ausgezeichnete Köstlichkeit ist der karamellisierte Kaiserschmarrn.

Eine besondere Spezialität ist der karamellisierte Kaiserschmarrn. Als Beilagen erhält man Mandeln und Apfelmus, Zwetschgenkompott, rote Waldbeerengrütze oder Marillenröster. Allerdings sollte man vorher eine große Wanderung hinter sich gebracht haben oder teilt mit seinen Liebsten, denn die Portionen sind sehr reichlich.

Einfach Probieren geht über Studieren

An die Albert-Link-Hütte schließt sich eine Bäckerei an, in der von Anfang an auch Brot gebacken wurde. Sogar Nudeln stellt die Hütte, selber her. Vielleicht hat der ein oder andere schon die mobilen Wagen auf den Straßen bemerkt und sogar selbst schon etwas gekauft. Fixe Standorte seien laut dem Wirt Aurach und Hausham. Die anderen beiden seien immer spontan unterwegs auf Genuss- oder Bauernmärkten.

Entstanden sei diese Idee der mobilen Bäckerei in Corona Zeiten. Die Bäckerei durfte nicht geschlossen werden, aufgrund von Systemrelevanz. “Wir hatten zwei Optionen. Entweder alle Mitarbeiter entlassen und schließen oder der Versuch, mit den mobilen Wagen”, stellt Uwe ganz klar dar. Ohne konkreten Business-Plan sei man in den Versuch gegangen und es habe sich bewährt. Es werde bis heute wertschätzend angenommen von den Menschen.

Man bekomme von Dinkel- und Roggenbrot über Brezn, Kuchen, fertige Spinat- und Kaspressknödel, Käse und Nudeln, ein reichliches Angebot. “Allerdings muss man ganz klar sagen, dass wir mit den Discountpreisen nicht mithalten können”. Qualität hat somit auch seinen Preis.

Inflation und Energiekrise machen dem Wirt zu schaffen

Gleichzeitig macht Uwe einen etwas getrübten Eindruck: “Wir haben uns so auf das Jahr 2022 gefreut, dass nach der Pandemie endlich wieder alles gut werde. Und dann die Inflation und damit einhergehend die hohen Einkaufs- und Energiepreise. Das macht traurig”. Die Besuche auf der Hütte und die Nachfrage bei der mobilen Bäckerei sei groß, aber die Ertragslage sinke immer weiter, ohne Aussicht auf Besserung, kommentiert Uwe.

Personalmangel haben sie zum Glück im Gegensatz zu anderen keinen großen. Das sei der Idee während der Pandemie geschuldet, denn sie konnten alle Mitarbeiter behalten, dennoch möchte der Hüttenwirt einen Aufruf starten:

Wenn sich ein einheimischer Bäcker für uns interessiert, würden wir uns sehr gerne verstärken.

32 Monate verbleiben Uwe Gruber noch bis zur Rente. Er freue sich auf diese ruhigere Zeit. Einen Nachfolger gebe es auch schon: Marcel Roth. Der Anfang dreißigjährige ist gelernter Bäckermeister und stammt aus Zeil am Main.

Faktencheck

Höhenmeter: zirka 100 Hm
Schwierigkeit: blau / leicht
Länge der Tour: zirka dreißig Minuten
Übernachtungsmöglichkeit: Ja, 62 Übernachtungsplätze
Öffnungszeiten: ganzjährig, außer Ende Nov-Weihnachten und April – je nach Wetterlage; Montag Ruhetag
Kulinarisches Angebot: einzigartige Auswahl mit zugehöriger Bäckerei
Kartenzahlung: Nein
Preise: Qualität hat seinen Preis (lieber ab 25 Euro mitnehmen)
Für Hundebesitzer: Möglichkeit für Wasser am Spitzingsee und immer wieder kleinere Bäche

Hier noch ein paar Bilder der Tour:

Die Albert-Link-Hütte inmitten des Valepper Almenrundwegs.

Eine schöne Terrasse bietet viel Platz und grandiose Aussicht bis nach Thiersee.

62 Übernachtungsplätze in 2-,3-, und Vierbettzimmern sowie Bettenlagern.

Verkäuferin und Servicekraft Melanie Feiler.

Veronika Filser mit Blaubeer-Joghurt Torte.

Gut gelaunt geht es an verschiedene Standorte mit dem Verkaufswagen.

Weitere Almen für Euch:

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Die Bayralm im Wildbad Kreuth
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