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Die Tourismusbranche zeigt sich investitionsfreudig am Tegernsee

OIS HOIB SO WUID – WIR HABEN OFFEN

Von Sabiene Hemkes

Diverse Lockdowns und Pandemiebeschränkungen setzen den Tourismusunternehmern im Tal seit zwei Jahren Jahren schwer zu. Jetzt, im Mai 2022, werden die Wunden geleckt doch auch die Ärmel schon wieder hochgekrempelt. Die Zeichen stehen auf Neustart.

Überall im Tal kommen derzeit die Handwerker zum Einsatz. Am Hotel zur Post am See in Tegernsee wird der Wintergarten und die Terrasse saniert.

Seit dem Frühjahr 2020 ging die Sorge im Tegernseer Tal um, die Einschränkungen der Pandemie werden das Ende der Hotellerie und Gastronomie Szene, die wir lieben, bedeuten. Unbestritten: die Einbußen der betroffenen Unternehmer waren teilweise existenzbedrohend. Das Schlimmste konnte durch die Pandemie-Maßnahmen der Regierung verhindert werden, auch wenn die Einbußen gravierend waren. Mit dem Krieg der Ukraine und den damit einhergehenden Preissteigerungen klopft nun jedoch schon die nächste Krise an die Tür.

Erschwerend hinzukommt der andauernde Mitarbeitermangel in dem Wirtschaftszweig. Das spüren die Unternehmen ganz besonders in den touristischen Hotspots wie dem Tegernseer Tal. Eben dort, wo der Wohnraum Mangelware und das tägliche Leben teuer ist. Laut einer Umfrage des Deutschen Hotel- Gaststätten und Hotelverbandes (Dehoga) benennen Mitglieder aktuell „die explodierenden Energiekosten (89,4%), gefolgt von steigenden Lebensmittelpreisen (86,8%) und Personalkosten (64,9%)“ als größte Herausforderung für die Branche. Grundsätzlich beobachte man bei der Dehoga trotz der neuen Krise eine wachsende Zuversicht in der Branche.

Rund um den Tegernsee sind die Handwerker im Einsatz

Am Tegernsee kehrt anscheinend ebenfalls langsam die Hoffnung bei den Wirten und Gastgebern zurück. An vielen Orten wird neu gebaut, umgebaut, energetisch saniert und erweitert. Sei es im Bussi Baby in Bad Wiessee, dem Bachmair am See in Rottach-Egern oder beim neueröffneten Hotel Sonnenbichl in Bad Wiessee. Selbst auf der Alm in Siebenhütten in Kreuth wird bald Geld in die Hand genommen, um eine der Lieblingsalmen im Tal in die Jetzt-Zeit zu bringen. Diese Investitionsfreude unterstützt mit Sicherheit auch die Handwerksbetriebe und andere Unternehmen im gesamten Landkreis.

Innovative Baustellenkommunikation in Tegernsee

Auch an der Hauptstraße mitten in Tegernsee sind die Handwerker fleißig bei der Arbeit. Was man schon im Vorbeifahren erkennt. Wer es nicht sofort bemerkt bekommt es in großen Lettern noch bestätigt:

OIS HOIB SO WUID – WIR HABEN OFFEN

Diese Plakate hängen rund um die Terrasse des „Seehotel zur Post“. Versehen sind die Banner noch mit einem kleinen bösen Fingerzeig in Richtung Bundeshauptstadt: „Bauzeit bis Mitte Juni – ist ja kein Flughafen“. Ihren Humor haben einheimischen Gastronomen in der Pandemie doch nicht ganz verloren, wie uns Florian Riethmüller, seit 2017 Pächter des Hotels auf Nachfrage bestätigt: „Ein wenig Spaß muss sein, oder?“.

Energiesparen im Tegernseer Wintergarten

Energetischer soll der Wintergarten werden, deshalb werde gebaut, erklärt Riethmüller. In den Wintermonaten habe er so viel „Geld verheizt“, das sei wirtschaftlich nicht zu vertreten gewesen. „Kein Wunder, dass es hier so gezogen hat. Beim Umbau haben wir große Spalten zwischen Fenstern und Wand freigelegt“, berichtet der Hotelier. Zudem sei die Dämmung völlig unzureichend gewesen, was den Betreiber aber nicht verwundert. Immerhin stamme der Anbau aus der Mitte des letzten Jahrhunderts.

Nun werde der gesamte Wintergarten nach energetischen Maßgaben renoviert, fasst Riethmüller die Arbeiten, die bis Mitte Juni abgeschlossen werden sollen, zusammen. „In dem Zug erneuern wir auch gleich die Terrasse vor dem Wintergarten und machen die Mauer zur Straße wieder schön.“ Das Hotel habe regulär geöffnet, doch alle Gäste seien vor der Anreise oder bei der Buchung über die Umbaumaßnahmen informiert worden.

Riethmüller und sein Team gewährt den Gästen des Seehotes zur Post, die das Stornierungsangebot nicht annehmen wollen, einen Umbaurabatt. „Unsere Gäste reagieren überraschend positiv auf den Umbau. Einige haben sogar ihren Aufenthalt verlängert, weil sie mehr Übernachtungen für ihr Geld bekommen“, ergänzt der Hotelbetreiber grinsend.

Frustpotential: Gestörte Lieferketten und langsame Bürokratie

Doch nicht alles läuft so störungsfrei dieser Tage in Deutschland, wie auch Riethmüller erkennen musste. Der Wintergarten bekomme zwar wieder eine offene Glasfront, doch die werde wohl erst Ende Juli, geliefert. „Probleme in der Lieferkette“ der großen Glaselemente seien der Grund für die Verzögerung, wie der Betreiber leicht resigniert eingesteht.

Bis dahin wird dem umtriebigen Tegernseer Geschäftsmann bestimmt die Arbeit nicht ausgehen. Gleich nebenan wartet ein weiteres Großprojekt auf den Unternehmer: Das neue Bistro des Hotels „La Casa 7“. Das soll nach den Plänen der Betreiber ebenfalls noch im Sommer Eröffnung feiern. Noch lassen aber Baugenehmigung und Konzession auf sich warten, berichtet der Bauherr und ergänzt: „Hier geht grad wenig voran. Doch wir bleiben positiv.“


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