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Das Tegernseer Tal kurz vor Weihnachten

Haus für Hagn, Gemüse für Rottach

Von Martin Calsow

Mei, ist das jetzt wieder eine schöne Zeit! Der Föhn lässt keinen Winter zu. Am Wallberg ist die Straße geöffnet, die Biergärten sind voller bierseliger Menschen, und in Rottach-Egern wird das Freibad eröffnet.

Die Tal-Woche im Rückblick

Die Weihnachtszeit bringt wieder einmal das Schöne im Tal zur Geltung. Langsam werden die Jalousien der Zweitwohnungswaben nach oben gezogen. Sinnenfrohe Menschen aus pittoresken Orten wie Fürth, Pinneberg oder linksrheinischen Metropolen wie Mönchengladbach flanieren mit farbenfrohen Winterjacken und mit einem Hauch zu schmal geschnittenen roten Cordhosen über unsere Promenaden und verleihen den Umsätzen heimischer Einzelhändler hoffentlich noch den nötigen Glanz, damit diese den Februar auf den Malediven verbringen dürfen.

Vorweihnachtliche Geschenke gab‘s auch für unsere kommunalpolitischen Lieblinge: In Tegernsee hat eine Dame – Gerüchten zurfolge mit einem Bindestrich im Nachnamen – dem mobilen Makler und Bürgermeister Hans Hagn quasi auf der Straße ein Haus verkauft. Ein Hans Dampf in allen Gassen eben. Für die einen gibt es eine Immobilie, für die anderen Gemüse.

Rottach-Egern bekommt einen Grünzeug-Großhandel und damit wieder erfreuliche Gewerbesteuer-Einnahmen. Da wird dann, anders natürlich als bei Privatbauten, auch nicht auf den Zentimeter geschaut, was wiederum eine Lehre für alle zugezogenen Bauherren und Baudamen sein sollte. Wie rief einst der bekannte Rottacher Bauamtsleiter Johann Tetzel: „Sobald das Geld im Kasten klingt, der Bauantrag in den Himmel springt.“

In Wiessee wird’s spannend

Und in Bad Wiessee, wo der sympathische Menschenfänger und Charismatiker Florian Sareiter noch heuer dachte, er hätte leichtes Spiel und könne in die großen Fußstapfen seiner Vorfahren treten, gibt es einen grünen Bürgermeister-Kandidaten. Das ist fein, das ist Demokratie und zeigt: Nur der Vergleich macht sicher. Könnte es doch noch einmal an der Westbank spannend werden?

In Gmund blieb es ruhig. Fast möchte man sagen, dass dort früher mit dem lustigen Landadeligen mehr Lametta war. Und auch in Kreuth, dem Kathmandu des Tals, ist alles still. König Bierschneider hat Ruhe und Stille für die Jahresendzeit verordnet. Ist der Sepp gar ein heimlicher Wittelsbacher? Ahnenforscher, übernehmen Sie! Kaum breche ich letzte Woche an dieser Stelle zum Unmut einiger Fortschrittszweifler eine Lanze für den 5G-Ausbau, springt der listige Landesvater mit auf den Zug. Ein Ideen-Trüffelschwein eben. Es macht selbst altgedienter Berufszyniker wie mich ein wenig weich, wenn jemand wie der Markus aus Nürnberg einem zustimmt. Danke Söder, reiches Deutschland!

Wir kommen wieder – mit neuen Ideen

Zu guter Letzt möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf die Pflegeeltern aus Gmund hinweisen. Jenseits von Lichterglanz, Fondue- und Racletteorgien und Geschenke-Irrsinn ist ein Paar bereit, ihre Tür für Kinder zu öffnen, ihnen Wertschätzung und Liebe zu geben. Vielleicht zeitlich begrenzt. Aber das ist etwas Besonderes, wo selbst der sarkastische Kolumnist leise sein Haupt senkt und mit tiefem Respekt diesen Pflegeeltern ein „Dankeschön“ zuruft.

Nun geht der Zyniker-Ziegenbock wieder brav in seinen Stall. Es hat sich Besuch aus Nazareth und dem Morgenland angekündigt. Wir kommen im neuen Jahr mit neuen Ideen zurück. Allen Freunden dieser kleinen Kolumne wünsche ich eine ruhige und glückliche Weihnachtszeit, fern von Zwist und Schmerz und ein gutes Hinüberkommen in die zwanziger Jahre, in ein neues Jahrzehnt.


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