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Lückenradweg zwischen Gmund-Finsterwald-Häuserdörfl

Statt Kitt kommt Verlängerung

Von Nicole Kleim

130 Meter – das ist die Strecke zwischen Dürnbach und Finsterwald, auf die die Gemeinde Gmund bisher verzichten musste. Die Fronten zwischen Landwirten und Gemeinde: verhärtet. Hat Bürgermeister Georg von Preysing nun doch einen Teilsieg errungen?

Wer von Finsterwald nach Dürnbach fährt, muss am Ende des ersten Abschnitts des neuen Geh- und Radwegs die Fahrbahn wechseln.

Das Thema „Lückenradweg“ könne er nicht unerwähnt lassen, sagte Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing in der jüngsten Bürgerversammlung mit Rückblick auf seine 18-jährige Amtszeit. In der Vergangenheit hatte er immer wieder geäußert, er befände sich „in laufenden Verhandlungen“ mit den zwei Grundstückseigentümern, die nicht bereit waren, ihre Wiesenstücke zur Vollendung des Lückenradweges herauszurücken.

Sie protestieren damit gegen die Pläne zum Bau einer Umgehungsstraße von Moosrain nach Finsterwald, die seit Veröffentlichung des neuen Bundesverkehrswegeplans wieder im Raum stehen. Bei den fehlenden Stücken handelt es sich einmal um einen 100 Meter langen Streifen und um eine etwas kleinere Strecke von 30 Metern, die auf der insgesamt 700 Meter langen und 2,50 Meter breiten Geh- und Radwegstrecke ungeteert klaffen.

Hatte von Preysing mündliche Zusagen?

„Die Landwirte gaben mir mündliche Zusagen. Ich habe mich darauf verlassen, aber mich eben getäuscht“, verkündete der scheidende Bürgermeister am vergangenen Donnerstag. Landwirt Franz Holzer, dem der 100 Meter lange Grünstreifen innerhalb des Radweges gehört, kann darüber nur den Kopf schütteln. Es hätte in der Vergangenheit zwar vereinzelte Gespräche gegeben, aber eine Zusage sei nie erteilt worden.

Zumal der Bürgermeister in letzter Zeit auch gar nicht versucht habe, erneut das Gespräch mit ihm zu suchen. „Vor der Bürgermeisterwahl war nur einmal Franz von Preysing bei uns. Ein neues Angebot hat er uns allerdings nicht gemacht.“ Auch beim zweiten Grundstückseigentümer reicht die letzte Unterredung mit dem Rathauschef bis ins Frühjahr 2017 zurück.

Bürgermeister und Landwirte bleiben stur

Gespräche habe man nie verweigert, so der Tenor der beiden, aber man habe sich eben nicht von der Gemeinde überrumpeln und übervorteilen lassen wollen. Außerdem habe man die geplante Umgehungsstraße – die von der B318 zwischen Moosrain und Dürnbach abzweigen und über ihre Felder Richtung Finsterwald verlaufen soll – nicht auch noch mit einem Grundstückszugeständnis belohnen wollen.

Gestört habe sie vor allem, dass Flächen kaputtgemacht werden sollen, die Betroffenen aber nicht vorab darüber informiert werden. Bevor Georg von Preysing nun aber sein Amt am 3. April an Alfons Besel abgibt, hat er sich dem Thema Radweg dann aber doch noch einmal gewidmet und einen anderen Grundstückseigentümer davon überzeugt, dass er ein Stück Wiesenfläche abtritt. Einigen konnte er sich mit Tobias Bauer.

Eine Lücke schließt sich an anderer Stelle

Durch diesen Deal wird der Radweg in Finsterwald in Richtung Hauserdörfl bis zur Hoferstraße verlängert. Zwar bleiben noch immer zwei Lücken und ein Planungsdesaster beim Lückenradweg, das immerhin 242.000 Euro an Steuergeldern verschlingt, aber von Preysing konnte in diesem sportlichen Wettkampf immerhin eine Art Verlängerung erzielen. Wie er in der Bürgerversammlung betonte, hoffe er, dass sein Nachfolger mehr Glück mit den Nachbarn und Anwohnern habe als er selbst in letzter Zeit.

Die beiden Grundstückseigentümer jedenfalls sind offen für Gespräche. Ob die 20 Euro pro Quadratmeter allerdings ausreichen werden, die man ihnen zuletzt angeboten hat, bleibt fraglich und kommt auf das Verhandlungsgeschick des neuen Bürgermeisters Alfons Besel an.


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