“Vorletzte Generation” im Tal nimmt Fahrt auf

Was Krisen alles möglich machen, demonstrieren Lokalpolitiker im Tal. Im März war ein Solarpark in Gmunds Außenbereich undenkbar. Inzwischen geht selbst die CSU in die Solar-Offensive. Hat das System?

Was Krisen so bewirken können: Ein Umdenken in Sachen Energiewende nimmt im Tal weiter Fahrt auf.

Man wird das Gefühl nicht los, dass aktuell im Tal das Energie-Erwachen Einzug hält. “Der Strom kommt ja gar nicht aus der berühmten Steckdose!”, scheint so mancher der hiesigen Bürgervertreter aktuell zu erkennen. Im beschaulichen Kreuth nimmt der Bau eines großen Blockheizkraftwerks konkrete Formen an.

Tegernsee lässt inzwischen die Möglichkeit eines Solarparks auf der Amerikanerwiese prüfen und die Opposition in Bad Wiessee lässt die gerade beschlossene kommunale Photovoltaik (PV)-Förderung der Gemeinde mit der Ankündigung auf einen Antrag für eine “Außenanlage” fast rückschrittlich erscheinen.

Und am Dienstag zieht wohl Rottach-Egern nach. Mehr als überraschend für die meisten im Tal deutet die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung heute Abend auf ein wirklich spannendes Energieprojekt in der Gemeinde der Reichen hin:

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Errichtung eines Photovoltaikparks mit einer Hackschnitzelheizung, eines Informationsbereiches für Besucher und Streichelzoo für KinderAuszug der Tagesordnung, Gemeinderatssitzung Rottach-Egern am 28.11.2022

Die werden doch nicht in Rottach …

Die TS kann jedoch Entwarnung geben. Christian Köck (CSU), Bürgermeister der Gemeinde, ist jetzt nicht auch noch unter die “Sonnenanbeter” gegangen. Immerhin haben die Rottacher Räte bisher die acht Weihnachtsbäume auf drei reduziert und wollen bis 2023 auf eine LED-Beleuchtung umstellen. Aus gut informierten Quellen wissen wir, dass am Südufer des Tegernsees die Welt noch frei von Angst ist, bald den Energie-Bedürfnissen der anspruchsvollen und zahlungskräftigen Bürger nicht mehr nachkommen zu können.

Der Antrag geht auf eine private Initiative von einheimischen Investoren zurück. Wer Interesse hat, der Diskussion in dem als sehr konservativ geltenden Rottacher Gemeinderat zu folgen, sollte sich heute Abend um 19:00 Uhr einen Platz im Besucherbereich des Seeforums sichern. Interessant wird das bestimmt.

Und wie sehen die Pläne der Gmunder Räte aus? Immerhin galten die Norduferbewohner lange Zeit als die Nummer Eins am See in Bezug auf die “ökologische Wende”. Doch im März machte der Gemeinderat dicht: Der Antrag für eine Solaranlage in Dürnbach wurde abgeschmettert. Gmund ist Radlergemeinde mit einem Blockheizkraftwerk mit Hackschnitzelanlage am Bauhof und einer Grundschule mit Solardach, die den Energiebedarf im Rathaus deckeln soll. Ansonsten bleibt man in der Gemeinde sehr gelassen, so auch Bürgermeister Alfons Besel:

Aktuell haben wir keine großen Solarpark-Pläne. Wir gehen unseren Weg weiter.Alfons Besel, Bürgermeister Gmund – 17.11.2022

Es regt sich so einiges im Tal. Betrachtet man allein die Themenwelt der TS bekommt der Klimawandel nach der Dauerberichterstattung über die Pandemie eine ganz neue Gewichtung. Allein daraus resultierend, dass wir aus den Gemeinderäten berichten. Manch einem Leser ist die Energiekrise und die gesamte Klima-Diskussion schon wieder zu viel. Und auch in den Interessen-Blasen rumort es gewaltig.

Das Grummeln der Interessen-Blasen wird lauter

Die Querdenker beginnen den “angeblichen Klimawandel” querzudenken. Die Naturschützer sehen die Artenvielfalt durch Stromtrassen und Windräder in noch größerer Gefahr als so schon. Die Sozialen befürchten das Vergessen der Schwächsten. Die Ängstlichen haben vor allem Angst – besonders vor der Angst. Die Lobbyisten haben Hochkonjunktur.

Also alles beim Alten – die vorletzte Generation kommt in Bewegung, auch wenn noch völlig offen ist, wohin die Reise eigentlich hingeht. Vorerst geht das Tal steil in Richtung “Energiewende” – oder etwa nicht, Rottach?

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