Jugendstammtisch am 27. Juli
Was will die Wiesseer Jugend?

von Simon Haslauer

Bleibt die Jugend im Tegernseer Tal zugunsten von Touristen auf der Strecke liegen? Der Jugendbeauftragte der Gemeinde Bad Wiessee, Florian Stiglmeier, gibt im Gespräch mit der TS Einblicke über seine Arbeit mit Jugendlichen. Was fordern sie?

Wird in Wiessee wirklich alles nur für Touristen getan? Was denkt ihr? / Quelle: Florian Stiglmeier

Die Jugend im Tegernseer Tal ist engagiert, mutig und hat keine Angst davor, mit anzupacken. Als 2020 etwa das griechische Flüchtlingslager Moria brannte, schlossen sich die Schüler der Realschule Gmund zusammen und spendeten 750 Euro an Ärzte ohne Grenzen. Wenige Monate später machte sich die Oberstufe des Gymnasiums Tegernsee stark für Schwächere.

Und als Russland vor einigen Monaten einen brutalen Angriffskrieg in der Ukraine startete und damit die Welt von tausenden Kindern erschütterte, standen die Schüler der Realschule Tegernseer Tal Seite an Seite – und holten 10.000 Euro an Spenden ein.

Dennoch wirkt es oft so, als würde die Jugend im Tal nicht so recht gesehen werden. Wie ist die tatsächliche Situation am Tegernsee? Florian Stiglmeier, Jugend- und Sportbeauftragter der Gemeinde Bad Wiessee, weiß Bescheid. Sich selbst beschreibt er als “Ansprechpartner für junge Bürger”. Zu dem Ehrenamt sei er über ein anderes Ehrenamt gelangt – er war zuvor Wahlhelfer in Wiessee. Sein Ziel für die Jugend von Wiessee? Stolz auf die Gemeinde sein, Heimatverbundenheit herstellen und Jugendliche für Vereine motivieren.

Besondere Voraussetzungen gibt es für sein Amt nicht. Eine Berufung zur Arbeit mit Jugendlichen schade jedoch bestimmt nicht. Außerdem sagt Stiglmeier: “Es wäre vielleicht ganz hilfreich, wenn man schon ein paar Jahre im Ort wohnt und die Leute kennt.”

Zuerst eine Online-Umfrage – jetzt einen Stammtisch

Bei der Situation der Jugendlichen im Ort gebe es laut Stiglmeier auf jeden Fall Verbesserungsbedarf. Es gibt wenig coole Treffpunkte und viele Orte, wo der jugendliche Lebensstil unerwünscht ist. Während Corona führte der Wiesseer deshalb bereits eine Online-Umfrage durch. Die wichtigsten Themen seien laut Stiglmeier bezahlbarer Wohnraum sowie eine Location oder Gastro für Jugendliche – vor allem für den Herbst und Winter, “wo ein Getränk nicht fünf Euro kostet”, so der Jugendbeauftragte.

Stark kritisiert wurde auch der Zustand der Sport- und Freizeitanlage in der Hagngasse – dort müsse endlich etwas getan werden. Ein weiterer Kritikpunkt sei die Ausrichtung der Gemeinde auf Tourismus gewesen. “Plakativ gesagt: In Wiessee wird immer nur alles für die Touristen getan”, erklärt der Beauftragte die Ergebnisse der Umfrage. Gleichzeitig betont Stiglmeier jedoch: “Wenn man sich dann anschaut, was die Jugendlichen vermissen, dann war das eher wieder sehr wenig” und erklärt:

Was vielleicht auch bedeutet, dass es bei uns gar nicht so schlecht ist.

Fürs erste ist jetzt jedoch ein Stammtisch für die Jugend geplant. Am 27. Juli um 18.30 Uhr ist die Wiesseer Jugend herzlich in den Schulungsraum der Feuerwehr Wiessee eingeladen. Dort werden die Ergebnisse der Umfrage präsentiert, lockerer Small-Talk gehalten und Bürgermeister Robert Kühn ist ebenfalls als Ansprechpartner vor Ort.

Der sei nun auch am Zug. Stiglmeier selbst kann nur Bericht erstatten. Wie es mit den Jugendlichen im Ort weitergeht, entscheide Robert Kühn und die Gemeindeverwaltung.


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