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Seenaufsicht hat vom Projekt erst aus Presse erfahren

Wiesseer Whiskey-Schiff nur heiße Werbeluft?

Von Martin Calsow

In Wiessee haben windige Geschäftsideen immer guten Nährboden. Jüngstes Beispiel: Ein altes Schiff aus Sylt soll quer durch die Republik an die Westbank gebracht werden und dort als Whiskey-Ausschank-Stätte dienen. Zuständig für den See und damit auch die Uferzone ist die Stadt Tegernsee. Martin Calsow hat Bürgermeister Johannes Hagn dazu befragt.

Wir haben mit Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn über die Whisky-Schiff-Pläne gesprochen. / Quelle re.: Lantenhammer

“Ein Schiff wird kommen”, sang einst Lale Andersen, die bekannte moldawische Musikerin aus Kreuth-Glashütte. Jetzt soll vor Wiessees Küste ein eben solches Schiff, von Sylt kommend, anlegen. Hat man bei Ihnen um Erlaubnis gefragt? Welche Gründe könnten gegen eine Genehmigung sprechen, welche dafür?

Johannes Hagn: Eine offizielle, oder auch inoffizielle, Anfrage hat uns bisher nicht erreicht. Lassen Sie mich die Frage umformulieren: Was müsste überhaupt getan werden? Zunächst hätte es der guten Form entsprochen, dass die zuständigen Stellen nicht erst aus der Presse vom Vorhaben erfahren. Je nach Nutzung des Schiffes sind die Bayerische Verwaltung der Schlösser und Seen, das Landratsamt Miesbach sowie die Stadt Tegernsee in unterschiedlicher Ausprägung zu beteiligen. Vonseiten der Stadt Tegernsee wird es sich, bei der etwaigen Nutzung als Whiskylager und Eventlocation, um die Änderung des Flächennutzungsplans und eine mögliches Bauantragsverfahren handeln.

Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass dieses Projekt von Ihnen als Genehmigungsbehörde die Zustimmung bekommt?

Hagn: Derzeit gering, da zu wenig bekannt ist. Soll das Schiff nur verankert werden? Wird es fahren, wenn ja mit welchem Antrieb? Wie sieht die Nutzung tatsächlich aus und welche Veränderungen am Ufer wären nötig? Das Schiff ist ja mit elf Metern Länge und rund zwei Metern Tiefgang kein einfaches Segelschiff mehr. Zum jetzigen Zeitpunkt drängt sich mir auch die Frage auf, ob es sich möglicherweise nur um eine Marketingaktion handelt.

Hat Ihr Bürgermeister-Kollege Robert Kühn Sie im Vorfeld über dieses Projekt informiert?

Hagn: Ich habe, wie gesagt, aus der Presse davon erfahren. Es entzieht sich meiner Kenntnis, seit wann der Kollege davon weiß.

Sie haben ja selbst ein vor sich hin dümpelndes Schiff, ausgerechnet die „MS Bad Wiessee”, ungenutzt vor der einstigen „Villa am See” liegen. Was geht denn da voran?

Hagn: Die Bad Wiessee liegt nach wie vor am Ufer. Mir sind keine anstehenden Maßnahmen bekannt. Hier müssten Sie bitte beim Eigentümer nachfragen.

Wie gefällt Ihnen denn, dass sich Schlierseer Unternehmer ausgerechnet den Tegernsee als Event-Location aussuchen?

Hagn: Wahrscheinlich bietet der Schliersee an den entscheidenden Stellen nicht genug Wasser unterm Kiel.

Wir danken Ihnen für das Gespräch. Ahoi.


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