Der Ruf der Berge

Egal ob Nordpol, Südpol oder Himalaya: Karl Herrligkoffer wollte überall hin. Sein Andenken wird durch die Herrligkoffer Stiftung bewahrt. Sie hat nun Rottach-Egern als Standort für ihre Tagungen und Veranstaltungen gewählt. Heute Abend gibt es Vorträge und eine einzigartige Ausstellung zu sehen.

Klaus Herrligkoffer in seinr aktiven Zeit als Bergsteiger
Karl Maria Herrligkoffer in seiner aktiven Zeit als Bergsteiger.

Klaus Herrligkoffer, der Sohn des bekannten Arztes und Expeditionsleiters Dr. Karl Maria Herrligkoffer, lässt das Andenken seines Vaters als erster Vorstand der Herrligkoffer Stiftung wieder aufleben.

Karl Herrligkoffer war 1966 Teil der deutschen Arktis-Expedition sowie der ersten europäischen Mount Everest Expedition von 1972 und leitete auch selbst Forschungsreisen zum Nanga Parbat, um nur einige wenige seiner zahlreichen Fahrten zu nennen. Klaus Gerosa, stellvertretender Vorstand der Stiftung, beschreibt den Abenteurer so: „Er war Arzt, hielt Vorlesungen an Universitäten und leitete gleichzeitig Expeditionen – ein absolutes Arbeitstier.“

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Seine letzten Lebensjahre verbrachte der gebürtige Schweinfurter in Rottach-Egern, wo er heute auch begraben liegt. Das war wohl mit ein Grund dafür, warum sich die Stiftung für den Standort am Tegernsee entschieden hat. Die Berge, die Geschichte und die Natur hier seien einfach ideal, heißt es vonseiten der Verantwortlichen.

Freundliche Aufnahme im Tal

Der dritten Bürgermeisterin von Rottach-Egern, Gabriele Schultes-Jaskolla, war es wichtig, dass alles in Abstimmung mit der Stadt Tegernsee stattfindet und es bei den Veranstaltungen der Stiftung nicht zu Überschneidungen mit dem Bergfilmfestival kommt. „Wir wachsen am See immer weiter zusammen“, meint Schultes-Jaskolla. Sie freut sich aber über interessante Projekte der Stiftung.

Die Stiftung hat sich nicht nur zum Ziel gesetzt, alte Entdeckungs- und Forschungsreisen aufzubereiten und längst vergessene Schwarz-Weiß-Filme auszuwerten, sondern will auch auf akute Probleme aufmerksam machen und junge Leute für neue Forschungen und Expeditionen begeistern.

Auch in Grönland war Herrligkoffer für eine Expedition 1966
Auch in Grönland war Herrligkoffer für eine Expedition 1966.

Deshalb stellt sich die Stiftung laut Gerosa nun die Frage: „Was müssen wir heute tun, damit wir das, was wir erkennen, sinnvoll in der Zukunft anwenden können?“ Konkretere Forschungsprojekte gibt es bereits. So will ein junger Arzt im Rahmen seiner Doktorarbeit am Kilimandscharo herausfinden, inwieweit ein gesundheitliches Risiko für Bergtouristen besteht.

Bis jetzt verfolgt die Herrligkoffer Stiftung allerdings nur kleinere Pilotprojekte mit klaren Zielen. Besonders wichtig ist, dass die Welt nicht weiter zerstört wird. Alles soll nach ethischen und sozialen Standards ablaufen. Für alle Bergsportbegeisterten, Grönlandinteressierten und Herrligkoffer-Fans findet schon heute, am 7. März, im Seeforum Rottach-Egern eine Veranstaltung der Stiftung mit Filmen, Vorträgen und anschließender Podiumsdiskussion statt.

Gleichzeitig präsentiert der Fotograf Norbert Rosing in seiner Ausstellung „Polarbären“ 33 faszinierende Bilder der weißen Riesen. Wer heute von 16 bis 19 Uhr oder am Sonntag von 11 bis 18 Uhr noch nichts vorhat und sich etwas dazuverdienen will, kann stundenweise die Ausstellungs-Aufsicht für die Stiftung übernehmen. Interessenten können sich mit telefonisch unter der 0170-7712940 melden.

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