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Erneute Sichtung in Weyarn möglich

Ein Jungwolf im Landkreis Miesbach?

Von Maxi Hartberger

Vor etwa einem Jahr streifte ein Wolf über die Wiesen im Landkreis Miesbach. Das Video ging damals viral. Kurz darauf folgte die altbekannte Grundsatzdebatte: Wölfe schützen oder abknallen? Nun tauchen wieder Live-Bilder auf – diesmal aus Weyarn. Ist erneut ein Wolf in unserer Heimat unterwegs? Unklar!

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Ende April 2021 kursierte ein Video im Netz: Darauf zu sehen ein Wolf, wie er die Kreisstraße MB 18 von Bruck nach Großseeham im Landkreis Miesbach überquert. Kurze Zeit später folgte die Bestätigung seitens der Behörden.

Ein Sprecher des Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) erklärte damals: „Wir gehen von einem durchwandernden Einzeltier aus. Gerade jetzt, zur Paarungszeit, wandern vor allem junge Rüden auf der Suche nach einem eigenen Territorium sehr weite Strecken von täglich 50 bis 70 Kilometern oder mehr.“

Durch die Sichtung des Wolfs entbrannte die altbekannte Grundsatzdiskussion, die Tiere zu schützen oder sie zum Schutz des Viehs der heimischen Landwirte abzuschießen. Im Wiesseer Gemeinderat forderten die Landwirte einen Monat später sogar die Unterstützung seitens der Kommune gegen den Wolf (wir berichteten).

Ein Wolf auf dem Fußballfeld?

Jetzt, ein Jahr später, taucht erneut ein Video auf. Mehrere Quellen berichten: In Weyarn soll ein Wolf unterwegs sein. Ein Leser, der den Wolf gegen 5.30 Uhr nahe des Ortseingangs am Trainingsplatz des TSV Weyarn entdeckte, erzählt:

Das war schon ein interessanter Anblick in den frühen Morgenstunden, spannend wie er sich verhalten hat.

Die ungewöhnliche Begegnung hielt er mit seiner Handykamera fest und stellte unserer Redaktion das Video zur Verfügung (s. oben). Ob es sich bei dem Tier auf dem Video tatsächlich um einen Wolf handelt, kann das Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU) auf Nachfrage nicht bestätigen. Ein Sprecher erklärt:

Nach eingehender Prüfung in Abstimmung mit Expertinnen und Experten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) ist eine eindeutige Identifizierung eines Wolfes auf Basis des vorliegenden Materials nicht möglich. Das Tier kann weder als Wolf bestätigt noch ausgeschlossen werden. Das Tier zeigt normales, vorsichtiges und überlegtes Verhalten.

Aktuell seien laut dem LfU-Sprecher keine Nachweise von Wölfen im Landkreis Miesbach bekannt. Der letzte bestätigte Fall im Landkreis war der Wolf auf seiner Durchreise im April 2021.

Tatsächlich nimmt die Zahl der Wölfe in Deutschland seit 1996 aber kontinuierlich zu. Allein im Monitoringjahr 2020/2021 wurden laut Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) insgesamt 158 Rudel, 27 Paare und 20 Einzeltiere bestätigt. In Bayern allerdings ist der Wolf nach wie vor extrem selten. Derzeit gibt es rund neun Regionen mit standorttreuen Tieren.


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