Wasserrechte werden weiter geprüft

Hoffnung für Valleyer Grundstücksbesitzer

Von Lydia Dartsch

Der Streit ums Wasser dauert noch immer an. Das Landratsamt prüft derzeit, ob die Stadt München die Rechte an der Wassergewinnung im Mangfalltal hat. Auf das Ergebnis der Prüfung wartet man fieberhaft in Valley. Die Gemeinde liegt selbst in einer Wasserschutzzone. Und sie leidet darunter.

Die Stadt München bezieht ihr Wasser aus dem Landkreis. Doch für die Gemeinden ist das mit weitreichenden Einschränkungen verbunden. / Archivbild
Die Stadt München bezieht ihr Wasser aus dem Landkreis. Doch für die Gemeinden ist das mit weitreichenden Einschränkungen verbunden. / Archivbild

In unbewohntem Gebiet sorgen Wasserschutzzonen bei denjenigen, die davon trinken, für eine hohe Qualität des Wassers. Wo eine solche Zone über bewohntem Gebiet liegt, schränkt sie die Bewohner ein und kann sogar der Wirtschaft schaden.

In Valley ist dies der Fall. Rund 800 Einwohner von Oberdarching, Schmidham, Mitterdarching und Unterdarching sind von den Einschränkungen betroffen, die sich durch eine Wasserschutzzone ergeben. Grundstücksbesitzer müssen hohe Auflagen erfüllen, wenn sie bauen wollen, die Gemeinde darf nicht eigenständig über ihre Flächen entscheiden und Landwirte können nicht immer die strengen Bedingungen erfüllen.

Wasserschutz zumindest abschwächen

Zwar hat die derzeit laufende Prüfung der Altrechte zur Wasserentnahme der Stadt München aus der Mangfall auf den ersten Blick nichts mit Valley zu tun. Bürgermeister Andreas Hallmannsecker sieht darin aber die Chance, die Wasserschutzzone, in der sich die Gemeinde befindet, neu zu bewerten.

Die Mühlthaler Hangquellen waren die ersten fünf bis sechs Brunnen, die Wasser nach München geliefert haben, sagt er auf Anfrage. Die Ausweisung der Wasserschutzzone erfolgt in der Regel durch das Landratsamt, auf Antrag des Wasserentnehmers. Diese will der Bürgermeister zwar nicht unbedingt ganz aufheben – aber zumindest abschwächen.

Landwirtschaftsflächen nur mit Bio-Produktion

Hoffnung hat nun auch der Verein der Wasserschutzzonen-Geschädigten Miesbach-Thalham-Darching. Vor fünf Jahren hatte dieser die Aufhebung der Beschränkungen in dem Gebiet beim Landratsamt verlangt, sagt der Vereinsvorsitzende Lorenz Hilgenrainer.

Er habe selbst seinen landwirtschaftlichen Betrieb wegen des Wasserschutzes aufgeben müssen. Damals habe er seinen Betrieb vergrößern wollen, aber keine Grundstücke angeboten bekommen, weil er nicht ökologisch arbeitete, sagt er.

Wasserschutz lässt Bio-Landwirtschaft nicht zu

Dafür hätte er das Vieh auf die Weide lassen und die Gülle der Tiere auf den Flächen ausbringen müssen. Also all das, was in einer Wasserschutzzone aber gar nicht erlaubt ist. „Es hat sich als Boomerang erwiesen“, resümiert er.

Auch darüberhinaus haben die Einwohner Valleys Probleme mit dem Wasserschutz: So dürfen Grundstückseigner nur unter strengen Auflagen bauen. Die heutige Generation könne diese noch erfüllen, sagt Hilgenrainer. Ob dies die nächste noch können werde, bezweifelt er. In Folge dessen verfallen die Grundstückspreise, befürchtet Hilgenrainer.


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