Rückschlag für den Tennissport im Tal

Die Diskussionen um die Pläne einer Dürnbacher Tragluft-Tennishalle geht in die nächste Runde. Am Montag beriet der Gmunder Gemeinderat erneut über das Projekt und seine Umsetzungschancen.

Gegenstand des Beschlusses war zwar nur die Frage, ob die Parkplätze auf Gemeindefläche verlegt werden können. Doch in der Diskussion machte sich eine tendenziell ablehnende Haltung gegenüber dem Bau breit und brachte so das ganze Projekt erneut ins Wanken.

Alles hängt an den Parkplätzen. Für die geplante Traglufthalle des Tennisvereins sieht es schlecht aus.
Alles hängt an den Parkplätzen. Für die geplante Traglufthalle des Tennisvereins sieht es schlecht aus.

Es ist nicht der erste Anlauf, den der Tennisverein Dürnbach (TVD) unternimmt, um sein Projekt zu verwirklichen: Auf der bestehenden Anlage an der Finsterwalder Straße will der Verein über die Wintermonate eine Traglufthalle aufstellen, um das ganze Jahr über spielen und trainieren zu können.

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Außerdem will man auf insgesamt acht Plätze erweitern, um den Bedarf der 250 Mitglieder zu decken. Auch ein neuer Platzbelag soll angeschafft werden. Die Krux an der Sache ist, dass der Raum auf dem Grundstück begrenzt ist. Die Traglufthalle soll zum Teil über den Parkplätzen errichtet werden. Die würden dann geopfert.

Mit dieser Lösung sollte sich nun der Gmunder Gemeinderat auseinandersetzen. Eigentlich ging es in der Sitzung erstmal nur darum, abzustimmen, ob der Tennisclub Dürnbach für seine Erweiterungspläne die Parkplätze auf Gemeindeflächen verlegen oder zumindest die Autos der Mitglieder am Straßenrand gegenüber parken lassen darf. Nach einer langen Diskussion fiel die Entscheidung in der eigentlichen Frage: Mit 18:1 stimmten die Gemeinderäte gegen die beiden vorgestellten Parklösungen. Damit müssen die Parkplätze also auf dem Areal verbleiben.

Fast alles hängt an den Parkplätzen

Mit dieser Entscheidung bringt der Gemeinderat jedoch das gesamte Projekt ins Wanken. Denn aufgrund des knappen Raumangebots hängt praktisch alles an oben beschriebener Lösung. Doch damit hatten die meisten Gemeinderäte ein Problem. Bürgermeister Georg von Preysing begrüßte zwar grundsätzlich das Vorhaben, äußerte aber Zweifel an der Umsetzung:

Wir sind natürlich froh über einen starken und aktiven Tennisverein. Dafür habe ich große Anerkennung. Aber wir müssen uns natürlich überlegen: Was ist machbar und was nicht?

“Wenn die Parkplätze auf der einen Seite wegfallen, müssen sie an anderer Stelle nachgewiesen werden”, argumentierte Georg Rabl (FWG). Einen Parkplatz auf dem Feld südlich der Finsterwalderstraße zu bauen, komme aber nicht in Frage. “Da machen wir uns als Gemeinde unglaubwürdig”, so Bürgermeister von Preysing. Schließlich sei eben genau dieses Feld aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen worden und nur als landwirtschaftliche Fläche nutzbar. Für die Mehrzahl der Ratsmitglieder kam ein Parkplatzneubau also nicht in Frage.

Und auch das vom TVD vorgeschlagene Parken am Rande der gegenüberliegenden Finsterwalder Straße stieß auf wenig Gegenliebe. SPD-Rat Michael Huber wandte ein: “Das wird alles so verniedlichend dargestellt. Das Parken längs der Straße kann bei dem hohen Verkehrsaufkommen dort nicht der Regelbetrieb sein. Schon gar nicht im Winter.” Damit war auch diese Variante vom Tisch.

Auch die Anwohner haben was dagegen

Doch nicht nur an der Parkplatz-Problematik zeigte sich die Skepsis des Gemeinderats – und damit die äußerst ungewisse Zukunft des gesamten Projekts. Hinzu kommt, dass die Anwohner in einem Schreiben bereits Protest geübt haben. Sie fürchten eine “akustische und optische Belästigung” durch die geplante Traglufthalle.

Peter Heerklotz, neben seiner Tätigkeit als Gemeinderat gleichzeitig selbst Tennisspieler in Dürnbach, versuchte – so sachlich wie möglich – das Projekt gegen die Kritik der anderen Räte zu verteidigen:

Wir haben so viele Mitglieder, so viele engagierte Kinder, die dort spielen. Wir müssen uns wirklich etwas dafür einfallen lassen und eine Lösung finden. Wir gehen ja jetzt eh schon Kompromisse ein.

Auch wenn die Gmunder Räte Verständnis für die Situation des Vereins äußerten, scheint damit eine zeitnahe Lösung vom Tisch zu sein. Denn allein mit dem Votum gegen die Parkplatzverlegung ist das vom TVD vorgelegte Konzept erstmal nicht realisierbar. Im Gemeinderat sprach man sich schließlich dafür aus, dass der Tennisverein sein Konzept nochmal überarbeiten und weitere Informationen vorlegen solle. Dann geht die Entscheidung – mal wieder – in die nächste Runde.

Wie der Verein mit diesem Rückschlag umgeht, ist noch unklar. Der Vorsitzende Gerhard Kremer wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern.

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