Bürgerversammlung Bad Wiessee

Zwölf Jahre Höß gehen zu Ende

Ein letztes Mal stand Bürgermeister Peter Höß gestern vor seiner Gemeinde. Dabei war es ihm wohl wichtig, die vergangenen zwölf Jahre Bad Wiessee nochmal zusammenzufassen. Verabschiedet hat sich am Ende aber ein anderer.

Nach 11,5 Jahren im Amt zieht Bürgermeister Peter Höß eine Bilanz

Es war die letzte Bürgerversammlung als Gemeindeoberhaupt für Peter Höß. Im kommenden März wird ein neuer Bürgermeister gewählt und 12 Jahre Amtszeit gehen zu Ende. Jahre, in denen Bad Wiessee einen großen Wandel durchlaufen hat. Höß wollte nun den gestrigen Abend nutzen, um den zahlreich erschienenen Bürgern eine Bilanz seines Tuns zu offenbaren.

Knapp 1,5 Stunden berichtete Höß von Bauten, Projekten und anderen Initiativen, die er und sein Gemeinderat angestoßen haben. Emotional wurde es an diesem Abend jedoch nur selten. Für das seiner Meinung prägendste Ereignis holte Höß weit aus und berichtete vom Kauf des Jodschwefelbades 2011. „Dass wir den Kauf durchführen konnten, war ein langer Traum der Wiesseer Bürger“, ist sich Höß sicher.

Höß nannte sie alle – die großen und kleinen Bauprojekt im Ort, die den ein oder anderen Bürger und Gast staunend in Baulöcher starren lassen. Vor allem über das Strüngmann-Projekt an der Seepromenade zeigte sich Höß erfreut. Er sei sehr froh, dass die Familie Strüngmann hier ein solches Hotel errichte. Im Gegensatz dazu, stehen die Arbeiten der Sports Medicine Excellence Group (SME) auf dem Jodbadgelände nur wenige Meter weiter seit über einem halben Jahr still. Wann es für das geplante Hotel mit 221 Zimmern, einem Spa-, Wellness und Sportbereich weitergeht, bleibt offen. Auch Höß machte am gestrigen Abend keinerlei Hoffnung. Angekündigt hatte SME, die Arbeiten Ende des Jahres wieder aufzunehmen.

Kauf Haus Rheinland

Zum Kauf des Haus Rheinland, das nun wegen Schimmelbefalls abgerissen werden muss, äußerte sich Höß positiv. „Ich glaube wir haben da ein gutes Geschäft gemacht. Wenn ich mir andere anschaue, wie Tegernsee und das Bastenhaus, glaube ich, müssen wir uns nicht genieren.“ Die Gemeinde legte für das über 2.000 Quadratmeter große Grundstück über eine Million Euro hin. 450.000 Euro konnten durch die Miete des Freistaats für die Unterbringung von Asylbewerbern wieder eingenommen werden.

Auch die Neugestaltung des Lindeplatzes nahm Höß in seinen Rückblick der letzten 11,5 Jahre mit auf. Hier sei es schade, dass es am ehemaligen Haus Ursula so langsam voran gehe. „Viele meinen, wenn man hier kauft, kann nichts schief gehen und wundern sich dann, wenn man tief bohren muss, um es hinzukriegen“, meinte Höß dazu.

Viele Wiesseer sind gestern ins Hotel zur Post gekommen, um sich die letzte Rede von Peter Höß als Bürgermeister anzuhören

Schade sei außerdem, dass die Ampel am Lindenplatz nun viel zu oft gedrückt werde. Die sei eigentlich vor allem für Kinder und ältere Menschen gedacht. Alle anderen können die Verkehrsinsel zum Überqueren der Hauptstraße nutzen. Zurück blickte Höß außerdem auf den Streit der Talgemeinden um die Spielbankabgabe, das neue BRK-Zentrum, das 2017 total angebrannt und wiedererrichtet wurde und die Maßnahmen rund um den Hochwasserschutz.

Robert Huber verabschiedet sich

Projekte, die noch nicht realisiert, aber angeschoben wurden, sind die Rathauserweiterung, die 2020 starten soll und die Neugestaltung des Kindergartens. „Man muss auch überlegen, ob man auf dem Areal nicht eine Tiefgarage baut und Wohnungen für Lehrer“, gab Höß zu bedenken. Er betonte:

Die Zeit war geprägt von Umbruch, von Veränderung und von Aufbruch. Die eingeleiteten Schritte sind eine wichtige Voraussetzung für die Zukunft in Bad Wiessee.

Im Anschluss an die lange Rede von Bürgermeister Höß über sein Tun und Schaffen im Ort, folgten einige wenige Anregungen der Bürger. Ein Bericht dazu folgt. Abschied nahm am gestrigen Abend dann aber am Ende nur einer. Robert Huber verabschiedete sich schon jetzt als zweiter Bürgermeister von seiner Gemeinde. „Dieser Ort ist etwas Besonderes. Ich bedanke mich herzlich bei Ihnen.“


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