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Bürokratie bremst Gut Schwärzenbach aus

„Soll das eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme sein?“ Franz von Preysing zweifelt offenbar den Sinn an, sich nochmal mit genau den selben Wortlauten zu befassen wie vor rund zwei Monaten. Die Bürokratie scheint die Fortschritte um den Bau des Tagungszentrums Gut Schwärzenbach gehörig auszubremsen.

Das Tagungszentrum von BMW soll erweitert werden – die Pläne wurden erneut im OPA diskutiert / Archivbild

Dienstagabend im Sitzungssaal des Gmunder Rathauses. Ein sichtlich gelassener Ortsplanungsausschuss arbeitet einen Agendapunkt nach dem anderen zügig ab. Den größten Tagesordnungspunkt hatte man sich für den Schluss aufgehoben: Nachdem das Projekt zum zweiten Mal öffentlich ausgelegen hatte, kamen sie auf den Tisch des Sitzungssaales – die Stellungnahmen zur 1. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 11 “Gut Schwärzenbach“.

Abriss. Neubau. Verbindungstrakt.

Wie berichtet soll das BMW-Tagungszentrum Gut Schwärzenbach in Gmund erweitert werden. Neben dem Altbestand soll ein Neubau entstehen, der als Bildungs- und Kommunikationsstätte für Mitarbeiter und Führungskräfte gedacht ist. Ein Mittelbau soll die beiden Häuser verbinden. Gruppengrößen mit bis zu 150 Teilnehmern sind geplant.

„Das ist die sechste Sitzung, in der wir uns mit dem Vorhaben beschäftigen“, leitete Bürgermeister Alfons Besel (FWG) den Tagesordnungspunkt ein. Das anvisierte Ziel sei es, den Bebauungsplan möglichst schlank zu halten. Alle Details soll dann ein mit der BMW-Group geschlossenen städtebaulichen Vertrag regeln. Darin werden konkrete Zielvorgaben gemacht, pflichtete Bauamtsleiterin Christine Wild bei.

Etwa zum geplanten Parkdeck, zu den Zwischenbauten, der Fassadengestaltung, den technischen Bauwerken, den energetischen Maßnahmen, der Außenbeleuchtung oder den Grünflächen. Auch der Wanderweg Richtung Ostin müsse noch gesichert werden.

Fassade. Blechdach. Fledermäuse.

Vorgelesen wurden die Stellungnahmen von Mitarbeitern des Münchner Architekturbüros ARNOLD/WERNER, die als Trio im Ortsplanungsausschuss vorstellig wurden. So ist etwa dem Landratsamt eine geänderte Fassadengestaltung wichtig. Die Fassade des Neubaus solle – im Sinne des Artenschutzes – nur einen Glasanteil von unter 50 Prozent haben, erfuhr man aus den Worten der Planer. Der Gemeinde sind neue Fassadenpläne vorzulegen.

„Wir werden uns im städtebaulichen Vertrag noch intensiver mit den Fassaden befassen“, versprach der Rathauschef. Die Untere Naturschutzbehörde fordert einen Ausgleich der versiegelten Flächen sowie eine insektenfreundliche Beleuchtung. Das sieht Barbara von Miller (SPD) genauso. „Ich bin gegen Lichtverschmutzung im Außenbereich. Und auch die Wege zur Hütte und zum See runter , das muss nicht die ganze Nacht brennen.“

So soll das neue Gut Schwärzenbach nach dem Umbau aussehen / Illustration: BMW Group

Die FWG-Fraktion brachte noch einmal die Bedachung auf den Plan. Bereits in früheren Sitzungen war das geplante Blechdach den Mitgliedern des Ortsplanungsausschusses ein Dorn im Auge gewesen.„Wir haben ein großes Altgebäude mit Ziegeleindeckung, daneben wird eines hingestellt mit Metalleindeckung – das soll einheitlich sein.“ FWG-Sprecher Georg Rabl kleidete die Forderung in Worte. Das Gremium gab ihm recht. Bedenken zu Wasser- und Denkmalschutz, Georisiken und Natur- und Landschaftsschutz wurden abgearbeitet.

Unter anderem wird gefordert, Rücksicht auf die auf dem Areal lebenden Fledermäuse zu nehmen und sie gegebenenfalls umzusiedeln. Auch wenn das Projekt im Außenbereich und den Vorgaben des Landschaftsschutzes obliege, so seien die Planungen mittlerweile deutlich kleiner als noch vor einiger Zeit, meinte der Bürgermeister abschließend. Die Mitglieder des Ortsplanungsausschusses wägten Punkt für Punkt die Stellungnahmen ab. In der Märzsitzung des Gemeinderates soll dann endgültig abgestimmt werden.


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