Fragen an die Fraktionsvorsitzenden im Tal
“Eine Vision für die ferne Zukunft wäre sicher eine Gemeinde Tegernseer Tal”

von Peter Posztos

Florian Kohler / Quelle: Michael Bundscherer (Flickr)
Florian Kohler ist zwar nicht der Fraktionsvorsitzende der Tegernseer Bürgerliste. Dafür ist er ein sehr aktiver Stadtrat. Und ein Unternehmer, der durch seine Aufgaben in der Gmunder Papierfabrik einen gewissen Einblick besitzt in komplexere wirtschaftliche Zusammenhänge.

Wie schon Wolfgang Rzehak (Grüne, Gmund), Andreas Obermüller (FWG, Tegernsee) und Karl Deisler (FDP, Rottach) haben wir auch Florian Kohler ein paar Fragen zur Tal-Politik gestellt. Hier seine prägnanten Antworten.

Herr Kohler. Was sagen Sie zum Verkehr am Tegernsee und woher kommt ihrer Meinung nach die hohe Verkehrsbelastung?

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Kohler: Wir haben in der Stadt Tegernsee mit Erfolg Verkehrsberuhigungen installiert. Einige andere Gemeinden haben die Parkmöglichkeiten optimiert beziehungsweise erhöht. Beides muß meiner Ansicht nach aber noch weiter verfolgt werden, damit weniger Transitverkehr kommt. Und damit der Zielverkehr dann auch optimale “Verweilmöglichkeiten” vorfindet.

Tourismus: “Wir sind auf einem guten Weg”

Vor kurzem wurden die aktuellen Übernachtungszahlen bekannt gegeben. Auch für Tegernsee sieht es nach einer nachhaltigen positiven Entwicklung aus. Worin sehen sie die Vorteile im Zusammenschluss der TTT mit der ATS? Gibt es hier Ihrer Meinung nach auch Risiken?

Kohler: Die TTT ist auf einem guten Wege. Eine Zusammenarbeit mit der ATS ist sicher sinnvoll. Allerdings muß man aus Marketinggesichtspunkten erkennen, dass das Zugpferd die Marke Tegernsee ist. Dies gilt es meiner Meinung nach zu intensivieren.

Und durch welche konkreten Maßnahmen können die Übernachtungszahlen im Tal weiter verbessert werden?

Kohler: Wir müssen den Besuchern neue und moderne Angebote präsentieren. Der Bustourimus sollte, wenn möglich, in den Hintergrund treten, und das Tal primär ins Premiumsegment eintreten. Hier können wir Wertschöpfung erzielen und langfristige Potentiale ausschöpfen. Die Bedenken mancher Mandatsträger, dass man dann zu elitär würde, kann ich nicht teilen.

Bis 2035 soll der Landkreis Miesbach, und somit auch das Tegernseer Tal, energieautark sein. Ist dieses Vorhaben Ihrer Meinung nach realistisch?

Kohler: Ich halte das für lokalpolitischen Aktionismus. In kleinen Details sind derartige Entwicklungen gut. Aber weder Wind noch Solar bringen auch nur annähernd verwertbare Energieergebnisse und kosten Unsummen an Steuersubventionen.

Für unser Haus (Anmerkung der Redaktion: Büttenpapierfabrik Gmund) gesprochen, werden wir unsere Wasserkraftwerke weiter optimieren, um ein Maximum an wirklich regenerativem Strom zu erzeugen. Ferner haben wir gerade die größte Kraft Wäremekopplungs- und Energieerzeugungsanlage im Tegernseer Tal gebaut.

Eine Gemeinde – ein Name

Ein anderes Thema. Wie kann Ihrer Ansicht nach die Zusammenarbeit unter den Tal-Gemeinden, auch auf politischer Ebene noch verbessert werden? Und was ist Ihre Vision für das Tal?

Kohler: Hier hat sich im Verhältnis zu vor zehn Jahren sehr viel getan. In wichtigen Punkten arbeiten die Gemeinden schon sehr gut zusammen. Leider gibt es immer wieder Rückschläge wie der Alleingang Rottach Egerns beim Schulprojekt.

Eine Vision für die ferne Zukunft wäre sicher eine Gemeinde “Tegernseer Tal”.

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