Kaltenbrunn: Chaos als Dauerzustand

von Nicole Kleim

Autos parken kreuz und quer. Die Straßenränder an der Bundesstraße sind vollgestellt. Überfüllte, niedergefahrene Wiesen. Bereits bei der Eröffnung im Juni 2015 hatte Gut Kaltenbrunn offensichtlich ein Parkplatzproblem. Doch am Chaos hat sich nichts geändert.

Die Parkplätze bei Kaltenbrunn sind schnell voll. Jetzt sollen die umliegenden Wiesen eingebunden werden.
Inoffizielle Parkplätze mit Blick direkt neben dem Gut Kaltenbrunn / Archivbild

Im Juni 2015 räumte der neue Pächter, Michael Käfer, ein: „Die Parkplatzsituation ist sicher ein kritisches Problem.“ Er hoffte, hinter dem Rinderstall noch Parkplätze zu bekommen. Für größere Veranstaltungen plante er die Wiesen rundherum ein.

Und Käfers Pressesprecher versprach vor einem Jahr eine baldige Lösung: „Auch wir haben das Parkproblem am Wochenende zur Kenntnis genommen.“ Diese Verkehrssituation sei für niemanden schön, auch nicht für den Betreiber selbst:

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Wir wollen so schnell wie möglich eine Lösung für das Problem finden, wir sind bereits in Gesprächen in Bezug auf die umliegenden Wiesen.

Dabei dachten die Kaltenbrunn-Betreiber auch an die Wiese direkt am Gut. Doch das war für die Vertreter der Gemeinde Gmund keine echte Option. Von Preysing und die Mitarbeiter in der Verwaltung waren sich schon letztes Jahr sicher, dass nur die Wiese oberhalb der Bundesstraße in Frage käme.

Erforderliche Stellplatzanzahl zu gering

Den großen Tönen im letzten Jahr folgte, wie so oft in Kaltenbrunn, erstmal wenig konkretes. Zusätzlich zu der angespannten Parksituation, die vor allem an Wochenenden immer noch zu Chaos führt, sorgt nun eine Baustelle auf der Bundesstraße direkt am Gut für eine zusätzliche Engstelle.

Dabei zeigt die mittlerweile als dringend empfundene nachträgliche Parklösung, dass die abgesegnete Planung mit der Realität wenig zu tun hat. So erklärte Geschäftsleiter Florian Ruml bereits im vergangenen Jahr auf Nachfrage:

Die Praxis zeigt, dass zwischen der gesetzlich erforderlichen Stellplatzanzahl und dem späteren tatsächlichen Bedarf ein Unterschied sein kann.

Das dürfe auch keine „kein Dauerzustand sein“, so Ruml. Getan hat sich seither aber wenig – zumindest nichts was die Gesamtsituation entspannen würde. Doch für Kaltenbrunn-Geschäftsführer Markus Kemeter ist nun endgültig “eine naturverträgliche Lösung gefunden.” Man habe inzwischen mit allen Ämtern gesprochen, so Kemeter gegenüber der TS, und würde nur noch auf die Baugenehmigung warten.

Dabei gibt sich der Chef optimistisch, dass die getroffene Lösung auch im Gmunder Gemeinderat Zustimmung findet. Geeinigt habe man sich auf die Wiese oberhalb des Gutes, auf der linken Seite Richtung Finsterwald, so Kemeter. Hier plane man 100 bis 120 Parkplätze. „Die Wiese soll nicht asphaltiert, sondern mit Schotter oder Kies aufgeschüttet werden.“

Parkplatz Kaltenbrunn-3
Auf der linken Seite der Straße in Richtung Finsterwald sollen Parkplätze entstehen.

Dabei ist sich Kemeter, wie schon sein Kaltenbrunn-Sprecher im letzten Jahr sicher: „Es sind nicht nur unsere Gäste, die auf den Wiesen und am Straßenrand parken.” Auch Wanderer, Radlfahrer und Seebesucher würden die freien Flächen nutzen, um ihre Autos abzustellen.

Christine Lang, Leiterin des Bauamtes der Gemeinde Gmund, bestätigt auf Nachfrage, dass Gespräche stattgefunden haben. Mehrere Varianten wurden durchgesprochen. Die Lösung, die Wiese in Richtung Finsterwald als Parkplatz auszubauen, fand bei allen Verantwortlichen Zustimmung. Über den Antrag will die Gemeinde Ende Mai entscheiden. Und dieses Mal soll es eine echte Lösung geben, die vielleicht sogar schnell umgesetzt werden könnte. Im Fall von Kaltenbrunn wäre das ein Novum.

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