Südumfahrung: “Wir sind drin”

von Robin Schenkewitz

Diese Nachricht wird Holzkirchen aufrütteln: Die ortsnahe Südumfahrung wurde in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen. Das ist exakt die Nachricht, die Befürworter erhofft und Gegner befürchtet hatten. Pikant dabei: Die Umfahrungen Kurzenberg und Hartpenning wurden nicht berücksichtigt.

Während die Holzkirchner Südumfahrung aufgenommen wurde, bleiben Hartpenning und Kurzenberg außen vor.
Während die Holzkirchner Südumfahrung aufgenommen wurde, bleiben Hartpenning und Kurzenberg außen vor.

Vor beinahe exakt einem Jahr entschied sich der Holzkirchner Marktgemeinderat dazu, sich nicht eindeutig in der Frage der Südumfahrung zu positionieren. Trotz einer emotionalen Diskussion über Trassen und „rote Zonen“ stand am Ende die Entscheidung vorerst die Aufnahme in den „vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans“ abzuwarten.

Hoffnung auf Entlastung

Nun ist genau dies geschehen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt stellte den Entwurf heute der Öffentlichkeit vor. Der genannte Plan dient als Investitionsvorlage für den Bund. In ihm sind alle Verkehrsvorhaben enthalten, die in den kommenden 15 Jahren umgesetzt und vor allem finanziert werden sollen. Damit ist der Plan eine wichtige Hürde für jedes große Bauvorhaben im Straßenverkehr.

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Neben der Südumfahrung Holzkirchen wurde auch der vierstufige Ausbau der Bundesstraße B318 nahe der Autobahn sowie der achtstufige Ausbau der Autobahn selbst aufgenommen. Außerdem die Ortsumfahrung Waakirchen. Befürworter dieser Maßnahmen können sich nun berechtigte Hoffnungen machen, dass ihnen schon bald eine Entlastung gewährt wird.

Holzkirchen muss sich positionieren

Insbesondere für die Gegner der Holzkirchner Südumfahrung ist diese Nachricht allerdings eine Hiobsbotschaft. Bereits im vergangenen Jahr sahen sie in der ausgebliebenen Antwort des Gemeinderats den „Sargnagel“ für die Gemeinden Hartpenning und Kurzenberg.

Eine Ahnung, die sich nun als wahr herausstellen könnte. Denn die Umfahrungen für die beiden Orte haben es nicht in den vordringlichen Bedarf geschafft. Sie werden dementsprechend zumindest in den kommenden 15 Jahren auch nicht umgesetzt. Einzige Hoffnung für die Gegner ist die chronische Unterfinanzierung des Verkehrswegeplans. Nur etwa 10 Prozent der in den vordringlichen Bedarf aufgenommenen Projekte werden auch tatsächlich gebaut.

Ab dem kommenden Montag haben jetzt Bürger, Interessenvertreter und Kommunen die Möglichkeit sich zu dem Plan zu äußern. Damit wird es nun auch für Holzkirchen ernst. Jetzt muss sich die Gemeinde eindeutig positionieren: Will man die Südumfahrung, oder nicht?

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