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Beunruhigte Eltern gehen an die Öffentlichkeit

„Wir fordern einen regionalen Schul-Lockdown“

Von Filiz Eskiler

Die Inzidenz im Landkreis Miesbach wird aktuell von vielen Bürgern besorgt verfolgt. Nun wenden sich beunruhigte Eltern an die Tegernseer Stimme, mit einer klaren Forderung bezüglich des Schulbetriebs – denn am Montag geht es für Schüler eigentlich wieder ins Klassenzimmer.

Am Montag enden für Schüler in Bayern die Herbstferien. Einige Eltern sehen eine Rückkehr ins Klassenzimmer als nicht vertretbar, und fordern einen Schul-Lockdown.

Nächste Woche Montag, am 08. November, geht für die Schüler und Schülerinnen in Bayern wieder der Unterricht los. Angesichts der hohen Inzidenz im Landkreis Miesbach, die heute bei 716 liegt, sollen an Schulen verschärfte Regelungen gelten: die kommenden zwei Wochen herrscht Maskenpflicht im Gebäude und im Klassenzimmer, nur auf dem Pausenhof darf der Mundschutz abgesetzt werden. Bei einem Infektionsfall in einer Klasse werden alle Schülerinnen und Schüler eine Woche lang jeden Schultag getestet. Nach den zwei Wochen soll über das weitere Vorgehen entschieden werden. Für Grundschulen gilt die Regelung zunächst für eine Woche.

Eltern wenden sich an die Tegernseer Stimme

Einigen Eltern im Landkreis Miesbach reichen diese Maßnahmen nicht. „Die Herbstferien gehen am Wochenende bayernweit zu Ende und am kommenden Montag sollen tausende Kinder im Hotspot Nummer eins wieder zur Schule gehen“, schreibt uns eine besorgte Mutter im Namen vieler beunruhigter Eltern. Ihre Befürchtung: die Infektionszahlen würden weiter explodieren, und der Landkreis Miesbach stramm auf eine 1000er-Inzidenz zulaufen. Für sie ist das politische Vorgehen unverständlich:

Bei derartig hohen Infektionszahlen und der erreichten Kapazitätsgrenze des Kreiskrankenhauses Agatharied werden die tausenden Schüler weiter gezwungen zur Schule zu gehen – und warum?

Das Krankenhaus Agatharied hat bereits am Mittwoch verdeutlicht, dass sowohl die Mitarbeiter als auch die Bettenauslastung am Rande der Kapazitäten sind. Auch Einblicke in das Krankenhaus Agatharied zeigen, welche drastischen Auswirkungen die hohen Infektionszahlen haben, und womit das Personal zu kämpfen hat. Zahlreiche Veranstaltungen wurden deshalb bereits gestrichen, unter anderem auch der Christkindl- und Nikolausmarkt in Gmund.

Wirtschaft geht vor Gesundheit?

Ein Großteil der Eltern sei mehr als beunruhigt, dass hier „mal wieder die Kinder ‚geopfert‘ werden und gesundheitliche Belange in Kauf genommen werden, nur um die Wirtschaft nicht zu schädigen“, formuliert es die Mutter, die sich an die Tegernseer Stimme gewandt hat. Namentlich möchte sie nicht genannt werden – „da wir leider mit Nachteilen für unsere Kinder rechnen müssen“, erklärt sie. Stellvertretend für zahlreiche Eltern habe sie sich nun mit einer Forderung an die Öffentlichkeit gewandt: ein regionaler Schul-Lockdown im Landkreis Miesbach.

In ihren Augen werde aktuell eine „Durchseuchung“ gezielt forciert. Gesundheitliche Belange würden in Kauf genommen werden, um die Wirtschaft nicht zu schädigen. Dabei ist für sie klar: „Die Gesundheit sollte in dem Zusammenhang immer vor gehen“.

Schulbeginn: Eltern lassen Kinder Zuhause

„Auch wenn in der Vergangenheit viel über Homeschooling geschimpft worden ist, unterm Strich hat es bei sehr vielen Landkreis-Schulen funktioniert und es ist immer noch besser als tausende infizierte Kinder“, macht sie deutlich. Weiter betont sie:

Selbst bei einem „nicht so schweren Verlauf“ bei Kindern, möchte doch niemand die Verantwortung für tausende, infizierte Kinder übernehmen, deren Langzeitfolgen noch niemand kennt und die wiederum ein Vielfaches an Erwachsenen jeden Alters anstecken können.

Sie spreche daher im Namen zahlreicher Eltern, die den Wunsch nach einem regionalen Schul-Lockdown haben. Die Hoffnung ist, so die Infektionsketten zu durchbrechen und ihren Kindern wieder einen sicheren Schulbesuch zu ermöglichen. „Am kommenden Montag werden ohnehin viele Kinder von ihren Eltern, aus Schutz, nicht zur Schule geschickt werden“, meint die stellvertretende Sprecherin einiger Eltern. „Allerdings sollte in jedem Fall allen Kindern auch der Schulstoff – gerne über die digitalen Medien, wie Microsoft-Teams oder ähnliches – zur Verfügung gestellt und das Lernmaterial nicht noch als Druckmittel verwendet werden, um das sich jeder selber irgendwie zu kümmern hat! Denn dies wäre letztlich mal wieder die Konsequenz…“

Auch in der Realschule Gmund hat man auf die hohe Inzidenz mit Distanzunterricht reagiert. Die letzten zwei Tage vor den Herbstferien fanden wieder online, von Zuhause aus statt. „Liebe bayerische Landesregierung“, wendet sich die Mutter im Namen der Eltern an die Verantwortlichen, „erlassen Sie eine entsprechende Regelung, um ein hohes regionales Ausbruchsgeschehen einzudämmen“. Weiter fordert sie:

Statten Sie gegebenenfalls die Landratsämter mit einer entsprechenden Möglichkeit aus, einen regionalen Lockdown anzuordnen und Homeschooling in den derzeitigen bayerischen Hotspots möglich zu machen.


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