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Bürgermeister-Wechsel im Gmunder Rathaus

Alfons Besel im Amt vereidigt

Von Nicole Kleim

Der Bürgermeister-Wechsel ist gestern im Sitzungssaal des Gmunder Rathauses offiziell vollzogen worden. Im Zuschauerraum: Besels Vater und Besels Vorgänger: Georg von Preysing.

Gestern Abend im Sitzungssaal des Gmunder Rathauses: Gemeinderätin Helga Wagner (links) nimmt dem neuen Bürgermeister Alfons Besel den Diensteid ab.

Er könne eine kurze Gemeinderatssitzung versprechen, kündigt Alfons Besel (FWG) gestern Abend an, bevor er in seinem Amt als neuer Gmunder Bürgermeister vereidigt wird. Der Diensteid wird dem 51-Jährigen vom „ältesten anwesenden Gemeinderatsmitglied“ abgenommen – so wie es das bayerische Gesetz vorsieht.

Besel scherzt, man dürfe ja eigentlich nicht übers Alter von Frauen reden und lässt dann Helga Wagner (Bündnis 90/Grüne), die sich besonders in Schale geworfen hat, nach vorne kommen. Sodann nimmt sie ihm folgendes Gelöbnis ab:

Ich schwöre Treue dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung des Freistaates Bayern, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhafte Erfüllung meiner Amtspflichten, so wahr mir Gott helfe.

Jetzt dürfe er „regulär mitspielen“, sagt Besel und betont: Ein gutes Zusammenspiel von allen sei elementar. Im Zuschauerraum verfolgt „sein Papa“ die Vereidigung. Auch Besels Vorgänger Georg von Preysing ist anwesend. Ob es nicht eine ungewohnte Position für ihn da hinten sei, will Besel von ihm wissen. „Geht schon. Da sieht man erst einmal, wie alt alle von hinten ausschauen“, antwortet von Preysing aus dem hinteren Eck.

Gratulation zur Vereidigung: Helga Wagner (links) schüttelt Alfons Besel die Hand.

Lauter Auszahlungsanordnungen hätte er unterschreiben müssen, lässt Besel die Tage seit Amtsantritt am 1. April Revue passieren. „Hoffentlich geht’s so nicht weiter“, scherzt er, bevor ihm sein Vorgänger die Amtskette überreicht. Bei ihm bedankt sich Besel insbesondere für die „sehr gute Vorbereitung“ zur Amtsübergabe, für dessen Engagement und unermüdlichem Einsatz. Und Besel kündigt an, dies werde man noch in einer gesonderten Sitzung zur Sprache bringen.

„Ich habe damals den Ludwig-Erhard-Platz bekommen, du bekommst jetzt den Lückenradweg“, spaßt von Preysing und fügt hinzu: „Wenn Du das schaffst, biste gut.“ Gelächter unter den Gemeinderäten. Besel lacht ebenfalls und fährt fort:

Ich fühle mich sehr wohl und freue mich, dass ich dieses wunderbare Amt ausführen darf. Ich danke allen Wählern, auch denen, die mich nicht gewählt haben. Es gibt für mich keine Anhänger oder Gegner – nur Bürgerinnen und Bürger, für die ich mich mit ganzer Kraft einsetzen werde.

Den vorangegangenen Wahlkampf habe er als besonnen sachorientiert, aber keineswegs langweilig empfunden, so wie einige behauptet hätten, sagt Besel. Gewonnen hätte die demokratische Idee. Der Bürgermeister sei nur einer von 21 Gemeinderäten, deshalb seine Bitte: „Helft mir bei der Arbeit.“ Nur, wenn alle an einem Strang ziehen, könnten gute Ergebnisse erzielt werden, betont der 51-Jährige.

„Ich werde Euch umfassend informieren und Eure Entscheidungen nach außen tragen“, verspricht er in die Runde. Im Gegenzug erwarte er Respekt und Vertrauen sowie eine offene und ehrliche Meinungsäußerung und eine kollegiale Zusammenarbeit. „Ich wünsche uns allen sechs gute, gemeinsame Jahre“, schließt er seine Rede.

Der alte und der neue Bürgermeister: Georg von Preysing (links) überreicht Alfons Besel (rechts) die Amtskette / Foto: N. Kleim

Im Anschluss wird Besel von den Gemeinderatsmitgliedern einstimmig zum Standesbeamten bestellt. Der Vize-Bürgermeister Georg Rabl (FWG) überreicht ihm eine entsprechende Urkunde. Da Gmund keinen eigenen Standesbeamten hat, übernimmt eben der Bürgermeister diese Rolle. Auf diese Weise könne man Gmundern individuelle Trauungstermine anbieten.

50 bis 60 Trauungen hätte Gmund insgesamt im vergangenen Jahr gehabt, erklärt er. Sein Standesamt hätte man ja ansonsten gemeinsam mit der Stadt Tegernsee. „Wir unterstützen Dich mit Rat und Tat“, gibt Rabl dem neuen Bürgermeister abschließend mit auf den Weg. „Es geht um ein Miteinander, nicht Gegeneinander. Der Gemeinderat diskutiert, steht aber hinter seinen Entscheidungen. Genau so bringen wir die Gemeinde vorwärts.“


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