Landbaderfeld: 27.000 Quadratmeter für neues Wohnen und Arbeiten

Dürnbacher stellen sich hinter Neubaugebiet

Von Steffen Greschner

Dürnbach boomt. Der dortige Dorfplatz wird gut angenommen und überhaupt ist der Ortsteil in vielerlei Hinsicht ein sehr attraktiver Platz auf dem Gmunder Gemeindegebiet. Daher hat sich Gmund bereits vor einiger Zeit das Landsbaderfeld in der Nähe des Ortszentrums gesichert.

Nachdem der Bauausschuss am Dienstag Abend mit großer Mehrheit die Bebauung auf den Weg gebracht hat, wurde nur 24 Stunden später den Anliegern die konkrete Zukunftsplanung vorgestellt.

Wohnungen und Geschäfte

Das Landbaderfeld in direkter Nähe zur Bundesstraße bietet reichlich Platz für Gestaltungsmöglichkeiten. Das 27.000 Quadratmeter große Areal zwischen Elektro Schmidbauer und der griechischen Taverne Milos soll daher in näherer Zukunft bebaut werden.

Im Vordergrund die Taverne Milos, hinten Elektro Schmidbauer. Dazwischen liegt das 27.000 Quadratmeter große Areal.

Geplant sind 17 einstöckige Einfamilienhäuser, vier Doppelhäuser sowie zwei Mehrfamilienhäuser mit zwölf Wohnungen und Tiefgarage. Diese sollen vor allem dafür sorgen, dass sich wieder mehr Familien mit Kindern in der Tal Gemeinde niederlassen.

Zudem werden entlang der B318 Gewerbetriebe entstehen, die der Gemeinde wieder zu mehr Steuereinnahmen verhelfen sollen. „Der Platz ist dafür ideal“, wie Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing gestern auf der Infoveranstaltung im Neureuthersaal betonte. Besonders bei der Auswahl der Betriebe werde man jedoch darauf achten, wer sich in dem Gebiet ansiedeln möchte. Infrage kommen laut Preysing einzig geräuscharmes Gewerbe und auch nur solches, das seinen Firmensitz nach Gmund verlegen möchten.

Genügend Parkplätze

Neben den entstehenden Geschäften zeigten sich die Anwohner gestern jedoch vor allem an der Parkplatzsituation interessiert. Kleinere Einwände der Beteiligten konnte der ebenfalls geladene Städteplaner Eberhard von Angerer jedoch größtenteils entkräften: „Es werden ausreichend Flächen für Autos zur Verfügung stehen.“

Zudem sei auch an Abbiegspuren und Verkehrsinseln gedacht worden, die die Verkehrsituation entschärfen und einen sicheren Schulweg gewährleisten sollen. Von diesen Aussagen beruhigt, zeigten sich die Anwohner von dem Konzept am Ende durchaus angetan. Neben den Großprojekten Realschule und Maximilian zeige auch die Planung rund um das Landbergerfeld eine sehr positve Entwicklung für Gmund auf.

Lebhafte Diskussion

Um das Projekt verwirklichen zu können, ist eine Änderung des Flächennutzungsplan nötig, das Landbaderfeld muss explizit dafür ausgewiesen werden. Die Gemeide Gmund befasst sich bereits seit einiger Zeit mit der Ausarbeitung eines neuen Flächennutzungsplans. Der dafür zuständige Arbeitskreis will seine Ergebnisse noch in dieser Woche präsentieren.

Der in Gmund in den nächsten fünf bis zehn Jahren bestehende Bedarf an Nutzflächen wird dabei vom Arbeitskreis ermittelt. Doch es gäbe Grenzen, wie die Leiterin des Bauamtes Christine Lang verdeutlicht:

Wir können nicht unendlich viele Fläche zur Bebauung ausweisen. Wenn wir uns am Landbaderfeld für eine solche Lösung entscheiden, wird dies an anderer Stelle nicht mehr geschehen. Zudem müssen Ausgleichsflächen ausgewiesen werden.

Mit diesen Erläuterung versuchte Lang vor allem die Bedenken von Helga Wagner (Grüne) zu zerstreuen, wonach in Gmund nach und nach viele freie Flächen verschwinden würden. Wagner lies sich jeodch davon nicht überzeugen uns sprach sich als Einzige klar gegen die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Landbaderfeld aus und verlangte zunächst mehr Informationen über die übrigen Flächennutzungsabsichten im gesamten Gemeidegebiet.

Hier das komplette Grundstück. Insgesamt entstehen 30 Wohn- und fünf Gewerbeeinheiten.

„Wenn wir jetzt alles mit Häusern zubauen, dann wissen unsere Nachfahren einmal nicht mehr, wie schön es hier war“, meinte Wagner. Der Landkreis Miesbach habe sowieso den höchsten Flächenverbrauch in ganz Bayern. „Das sollte uns ein mahnendes Beispiel sein.“

Bauamtsleiterin Lang und Bürgermeister Georg von Preysing versicherten unterdessen, dass die Gemeinde behutsam und zielgerichtet mit dem Flächenverbrauch umgeht und stets auch Ausgleichsflächen im Blick hat. Das letze Wort scheint hier allerdings noch nicht gesprochen. Der neue Flächennutzngsplan wird darüber Aufschluss geben, inwieweit die Gemeinde zu den getätigten Äußerungen steht oder nicht.

Die abschließende Abstimmung des Ausschusses ergab am Ende ein klares Votum für die Bebauung des Landbaderfeldes. Damit ist der Weg frei für die Wohnsiedlung, dessen Verwirklichung bereits im Herbst 2013 beginnen könnte.


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